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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
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Page - 512 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I

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512 Ideologie des »slowenischen« Erzherzogtums Kärnten/Koroška Auslöser des betonten Kulturaktivismus sein können und die eigene Identität durch deren Verneinung erst »bewusst« wird. I. muss von einem negativen Nationalismus unter- schieden werden, der seine Berechtigung in einer ver- meintlich naturrechtlichen und sozialdarwinistischen Hierarchisierung und Wertung von Sprachen, Kulturen und Völkern findet, sich selbst genügt und vornehmlich gegen andere Sprachen, Kulturen oder Völker gerichtet ist – und nicht die eigene kulturelle Vervollkomm- nung um der Vervollkommnung willen anstrebt (Her- renvolktheorie). Das Bestreben von Nationalismus ist nicht ein positiver »Wettstreit« der Kulturen und kul- turellen Exzellenz als Beitrag zur universellen Zivili- sation, sondern die Verneinung und Negation anderer Sprachen, Kulturen und Völker (→  »Generalplan Ost«, →  Deutschtümler). Daher kommt es bei →  Assimila- tion und →  Germanisierung zunächst zu einer »Pro- letarisierung« bzw. zum Verlust kultureller Errungen- schaften, die erst durch allgemeine Kulturprozesse wie der →  Akkulturation transgenerationell überwunden werden (können). Lit.: G. Fischer : Das Slowenische in Kärnten, Bedingungen der sprach- lichen Sozialisation. Eine Studie zur Sprachenpolitik. Wien, Sprache und Herrschaft, Zeitschrift für eine Sprachwissenschaft als Gesell- schaftswissenschaft, Reihe Monographien Nr. 1/1980 ; W. Bohleber : Transgenerationelles Trauma, Identifizierung und Geschichtsbewußtsein. In : J. Rüsen, J. Straub (Hg.) : Die dunkle Spur der Vergangenheit. Psychoanalytische Zugänge zum Geschichtsbewusstsein, Erinnerung, Geschichte, Identität 2. Frankfurt/Main 1998, 256–274 ; A. B. Mitz- man : Vom historischen Bewusstsein zur mythischen Erinnerung. Natio- nale Identitäten und Unterdrückung im modernen Europa. In : J. Rüsen, J. Straub (Hg.) : Die dunkle Spur der Vergangenheit. Psychoanalytische Zugänge zum Geschichtsbewusstsein, Erinnerung, Geschichte, Iden- tität 2. Frankfurt/Main 1998, 397–416 ; R. de Cillia : Burenwurscht bleibt Burenwurscht, Sprachenpolitik und gesellschaftliche Mehrspra- chigkeit in Österreich. Klagenfurt/Celovec 1998 ; S. Zavratnik Zimic : Pogovori s koroškimi Slovenci, O etnični identiteti, slovenščini, dvojezični vzgoji in samopodobi. Celovec 1998 ; A. F. Reiterer : Lebenswelt Mut- tersprache, Das Slowenische und seine heutige Wahrnehmung – ein Bericht. In : K. Anderwald, P. Karpf, H. Valentin (Hg.), Kärntner Jahrbuch für Politik. Klagenfurt 2000, 340–362 ; B.-I. Schnabl : Asimilacija in sin- drom posttravmatskega stresa. In : KK 2011. Celovec 2010, 117–130. Bojan-Ilija Schnabl Ideologie des »slowenischen« Erzherzogtums Kärn- ten/Koroška, slow. ideologija o slovenski nadvojvodini Koroški (B.-I. Schnabl), →  »Windische Ideologie«. Ideologija o Korotanu kot slovenji nadvojvodini (T. Domej) →  »Windische Ideologie«. Iekl, Ivan (Vereinsvorsitzender, Kulturaktivist), →  Glo- basnica, Slovensko izobraževalno društvo [Slowenischer Bildungsverein Globasnitz]. Ilaunig, Dr. Ožbolt (Ilavnik, Oswald, Ožbald, Ožbej, Ps. Reberški Ožbej ; * 26. Juli 1876 Unterort/Podkraj pri Rebrci [Eisenkappel-Vellach/Železna Kapla-Bela], † 8. Februar 1945 Lenart [Štajerska]), Richter, Schrift- steller, Volkspoet. I. wuchs zunächst bis zum 12. Lebensjahr im bäuerli- chen Milieu als uneheliches Kind auf, bis seine leiblichen Eltern Marija Brum und Janez Ilaunig heirateten und Ožbolt den väterlichen Familiennamen annahm. I. war ein ausgezeichneter Schüler in der Volksschule von Sittersdorf/Žitara vas. Den Besuch des Gymnasiums in Klagenfurt/Celovec (1888–1898) finanzierte er sich weitgehend mit Nachhilfeunterricht ; sein Lehrer Jakob →  Sket ermutigte ihn zu ersten literarischen Arbeiten. Nach einem ersten Studienjahr am →  Priesterseminar in Klagenfurt/Celovec studierte I. Rechtswissenschaf- ten in →  Graz, wo er 1905 promovierte. Dort war er aktiver Sekretär des slowenischen Studentenklubs Tri- glav. Ab dem Beginn des Jahres 1904 war er im rich- terlichen Amt in Klagenfurt/Celovec sowie in St.  Veit an der Glan (Šentvid ob Glini). Von 1908 bis zu seiner Pensionierung 1940 war er Richter in Lenart in den Slovenske gorice (Windische Bühel) in der Unterstei- ermark/Spodnja Štajerska, wo eine ähnliche identitäre Situation bzw. ein ähnlicher Nationalitätenkampf wie in Kärnten/Koroška jener Zeit herrschte. Diese wie- derum wurde vom naturalistischen Schriftsteller Lojze Kraigher im Roman Kontrolor Škrobar [Kontrolleur Škrobar] thematisiert, dessen Titelheld Züge von I. aufnimmt und verarbeitet. Nach den Studentenjahren und der Hochzeit mit einer vermögenden deutschspra- chigen Frau exponierte er sich trotz eines sehr lebhaf- ten gesellschaftlichen Lebens nicht mehr politisch ; er schrieb viel, reiste und beschäftigte sich mit Obstbau. I. selbst publizierte Humoresken im →  Mir sowie historische, teilweise autobiografische Kurzprosa und Erzählungen vor Kärntner und Untersteirer Hinter- grund im Stile Josip →  Jurčičs im →  Koroški Slovenec und im Ponedeljski Slovenec. Zwei längere Erzählungen wurden dramatisiert und vielfach von slowenischen Laienspielgruppen lokaler →  Kulturvereine aufgeführt : Slednji vitez Rebrčan [Der letzte Ritter von Rechberg] wurde von Jakob →  Špicar dramatisiert, Črni križ pri Hrastovcu [Das schwarze Kreuz bei Hrastovec] von Da- vorin Petančič und Tanja Ješovnik, beide auch von
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Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Subtitle
Von den Anfängen bis 1942
Volume
1: A – I
Authors
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Size
24.0 x 28.0 cm
Pages
542
Categories
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Table of contents

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
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