Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geographie, Land und Leute
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Page - 530 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 530 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I

Image of the Page - 530 -

Image of the Page - 530 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I

Text of the Page - 530 -

530 Inschrift, slowenische Missionskreuz St. Franzisci/ Želinje (Reši dušo! Spomin sv. misijona od 3.–9. feb. 1924), Foto Alois Pruntsch St. Stefan/Šentštefan pri Velikovcu, Foto Tomo Weiss Gattung aufgefasst werden können, sind sie Ausdruck der hohen Sprachkultur, vor allem wenn sie poetische Verse verewigen (→  Bukovništvo). In Kirchen als Fres- ken, auf Altären, Glocken, Missionskreuzen und Pro- zessionsfahnen oder in Friedhofskapellen spiegeln sie neben der sozialen Stellung auch die (historische) kir- chenrechtliche Stellung des Slowenischen, wie sie etwa in der →  Pfarrkarte der Diözese Gurk/Krška škofija von 1924 wiedergegeben wird. Die ältesten slowenischen I. in einem öffentlichen Gebäude in Kärnten/Koroška sind in der Bohoričica verfasst (→  Schrift), und zwar im Freskenzyklus zur hl. Barbara in St.  Martin am Techelsberg/Šmartin na Te- holici, der um 1768 entstand. Aus dem 18. Jh. stammen auch die soziolinguistisch bemerkenswerten sloweni- schen →  Chronogramme in Tibitsch/Tibiče und am Hauptaltar der Filialkirche zur hl. Magdalena im Wald/ sv. Magdalena, errichtet im Jahr 1522, in Süßenberg/ Planje in der Gemeinde Feistritz an der Gail/Bistrica na Zilji (nach Dehio aus 1729 jedoch ohne Hinweis auf die slowenische Sprache). Einerseits erhielt das Slowenische mit der Aufklärung bzw. dem →  Jose- phinismus eine pragmatische Kommunikationsfunk- tion und es kommt zur →  Übersetzung von Patenten und Kurrenden ins Slowenische, andererseits erhielt die Volksfrömmigkeit in der nachjosephinischen Zeit einen neuen Aufschwung, zeitgleich mit dem Beginn des ununterbrochenen Schrifttums bei den Slowenen in Kärnten/Koroška. Im Freskenzyklus von St.  Martin am Techelsberg/Šmartin na Teholici etwa sind die Ein- wohner die Adressaten der mit Merkmalen des (loka- len) Dialektes des →  Südkärntner Zentralraumes bzw. des sog. →  Rosentaler Dialektes (rožanščina) versehe- nen Moralbotschaft (Domej). Eine besondere Kategorie von I. bildet jene auf zahlreichen gemalten →  Kreuzwegen bzw. Kreuzweg- Tafeln. Diese boten der Volkssprache einen neuen Raum, in dem sie zum Ausdruck kommen konnte, und so waren slowenische Kreuzwege die ersten, die das bis dahin vorherrschende Latein im öffentlichen Schrift- tum in den Kirchen verdrängten. Domej weist 17 frühe Kreuzwege in der Bohoričica-Schrift nach, wobei die darauf befindlichen I. nicht einheitlich sind und zahl- reiche Regionalismen und Entlehnungen aus dem Deutschen sowie in einem Fall aus dem Friulanischen aufweisen. Bei manchen Kreuzwegen aus der zweiten Hälfte des 19. Jh.s ist eine Anlehnung an die nach 1847 in Umlauf gekommenen Kupferstich-Vorlagen der Jo- seph von Führich-Kreuzwege nachgewiesen, bei ande- ren nicht auszuschließen, vor allem bei jenen Beispielen vom Ende des 19. Jh.s, die künstlerisch einfacher und der →  Volkskunst zuzuschreiben sind. Die vier Kreuz- wege aus den Pfarren Poggersdorf/Pokrče und Tainach/ Tinje aus dem →  Klagenfurter Feld/Celovško polje be- zeugen, dass, wie Sturm-Schnabl schreibt, diese Ge- gend noch bis 1938 weitgehend slowenisch und die slo- wenische Sprache eine gelebte Sprache war. Kreuzwege mit slowenischen I. und deren Schicksal spiegeln die gesellschaftspolitischen Verhältnisse. Jener am Chri- stofberg/Krištofova gora scheint für immer verloren, bei jenem in Loibltal/Brodi wurden die slowenischen I. erst 2009 zerstört und danach neu angebracht, wobei in einem weiteren Schritt, deutschsprachige I. hinzugefügt wurden. Jener der Wallfahrtskirche →  Maria Gail/Ma- rija na Zilji vom Anfang des 19. Jh.s war ursprünglich slowenisch (versehen mit I. der Bohoričica wie auch in der Gajica-Schrift), danach wurde er lange Zeit einge- lagert und schließlich 1994 nach der Restaurierung mit zweisprachigen I. versehen, wobei die slowenischen I. archaisierend sind (Hofer 1999, 380, 534). Bemerkenswerte Beispiele slowenischer I. auf Al- tären finden sich in der Wallfahrtskirche Maria Sie-
back to the  book Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I"
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Subtitle
Von den Anfängen bis 1942
Volume
1: A – I
Authors
Katja Sturm-Schnabl
Bojan-Ilija Schnabl
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79673-2
Size
24.0 x 28.0 cm
Pages
542
Categories
Geographie, Land und Leute
Kunst und Kultur

Table of contents

  1. Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
  2. Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
  3. Geleitwort von Johannes Koder 9
  4. Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
  5. Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
  6. Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
  7. Verzeichnis der Siglen 40
  8. Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
  9. Editoriale Hinweise 51
  10. Lemmata Band 1 A – I 55
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška