Page - 531 - in Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška - Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
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Inschrift, slowenische
Prozessionsbanner aus
Feistritz a. G./Bistrica na Zilji,
Foto Marlen Smole Taupe
benbrünn/Marija pri Sedmih studencih, an zwei Sei-
tenaltären in → Tainach/Tinje, auf einem barocken
→
Hildegard/Liharda-Seitenaltar in Stein im
Jauntal/Kamen v Podjuni (Sv. Liharda prosi za nas), auf
den Missionskreuzen ebendort in St. Franzisci/Želinje
und in Köstenberg/Kostanje oder in einer Lünette
am sv. Ožbolt-[Oswald]-Altar in St. Lorenzen ob der
Gurk/Šentlovrenc. Matija → Majar – Ziljski ließ in
seiner Pfarrkirche in Göriach/Gorje als Ausdruck des
→
Illyrismus und →
Panslawismus am Valentins-Altar
eine slowenische I. in kyrillischer Schrift anbringen
(V tem znamenju boš zmagal [In diesem Zeichen wirst
du siegen]). Diese ist damit auch Zeugnis einer his-
torischen politischen Strömung. Weitere slowenische
I. finden sich u. a. in St. Franzisi/Želinje, St. Georgen
am Weinberg/Šentjurij na Vinogradih oder in St. Mar-
garethen ob Töllerberg/Šmarjeta pri Velikovcu. Sie
sind auch Ausdruck des Volksglaubens und als solche
auf Prozessionsfahnen wie etwa in Eberndorf/Dobrla
vas, in Neuhaus/Suha, in Mellweg/Melviče oder in der
Kirche zum hl. Laurentius/sv. Lovrenc in Emmersdorf/
Tmara vas. In Loibltal/Brodi wurde 2009 neben den
slowenischen I. vom Kreuzweg auch die slowenische
I. vom Stoffbehang der Kanzel entfernt bzw. nach ei-
nem Pressebericht offensichtlich zerstört. Die I. lautete :
Kdor je z Bogom, posluša božjo besedo [Wer mit Gott ist,
hört Gottes Wort]. Ein Beispiel eines Votivbildes der hl. Ursula mit
der slowenischer I. sv. URSULA. D.M. izprosi nam
srečno zadnjo uro aus dem Jahr 1873 befindet sich in
der Pfarrkirche in Poggersdorf/Pokrče, doch wird im
Kunstführer Dehio (2001, 632) nicht erwähnt, dass die
I. slowenisch ist. In Zell/Sele berichtet eine I. auf einem
Votivbild vom Tode von vier Arbeitern durch Blitz-
schlag 1870 (Tukaj so štirje Hrevelnikovi hlapci Jožef [in]
Peter Majnik, Matevž Pasterk in Tomaž Rapovt od grumo
zadeti smert storili 18. rožnika 1870. smert pride ko tat,
torej čujte nas nepripravljene rajne molite za nas).
In Kerschdorf/Črešnje im Gailtal/Zilja befindet sich
unter dem Christophorus-Bild der Filialkirche zum hl.
Nikolaus/sv. Miklavž vom Ende des 15. Jh.s eine ver-
witterte slowenische Aufschrift aus dem 19. Jh. V čast
sv. Krištova post … [Zu Ehren des hl. Nikolaus …]. In
Rinkenberg/Vogrče hingegen findet sich eine moralisie-
rende slowenische I. unter dem Christophorus-Fresko
aus dem 19. Jh. an der Außenmauer des Presbyteriums :
Sveti Kristof vam pove »Kleti in duševati se ne sme« [Der
hl. Christoph sagt Euch »Fluchen und ex-trinken/Sau-
fen ist verboten«]. In Suetschach/Sveče wird beim hl.
Lambert unter dem Fresco mit dessen Bildnis Schutz
für die Pfarre erbeten (Sv. Lambert varuj našo župnijo).
Die der hl. Maria gewidmete slowenische I. in der Ma-
rienkapelle in Frög/Breg bei Rosegg/Rožek wurde der
Überlieferung nach trotz der nazistischen Anordnung
nicht zerstört und ist bis heute erhalten. Die sloweni-
schen I. von der Friedhofs- und Grabkapelle in Gur-
nitz/Podkrnos sind nur noch fragmentarisch erhalten.
Ein Hinweis auf ein starkes slowenisches → Ver-
einswesen jener Zeit ist die slowenische I. Bližnjemu
v pomoč pod Florijanom [Dem Nächsten zur Hilfe im
Zeichen des hl. Florian] vom Feuerwehrhaus in Mühl-
bach/Reka bei St.
Jakob im Rosental/Šentjakob v Rožu.
Das kulturhistorisch bedeutende Kunstwerk des
Jacobo → Brollo in St. Lorenzen ob der Gurk/
Šentlovrenc pri Šenttomažu, das eine slowenische I.
aufweist, konnte nach heftigen, engagierten Protesten
aus der Bevölkerung gerettet werden (Čez tri dni boš
za menoj pridi [sic !]). Teile der darauf abgestimmten
Schablonenmalerei im Chorraum, die den Gesamtein-
druck ausmachte, wurden Restaurierungsarbeiten ge-
opfert. Neben dem rein künstlerischen Wert liegt seine
Bedeutung auch darin, dass es die soziolinguistische
Situation des Gebietes nordöstlich von Klagenfurt/Ce-
lovec dokumentiert. Aus der Logik der geschichtlichen
Ereignisse ist davon auszugehen, dass mit der willkür-
lichen Entfernung Brollos Malereien in den benach-
Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
Von den Anfängen bis 1942, Volume 1: A – I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška
- Subtitle
- Von den Anfängen bis 1942
- Volume
- 1: A – I
- Authors
- Katja Sturm-Schnabl
- Bojan-Ilija Schnabl
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79673-2
- Size
- 24.0 x 28.0 cm
- Pages
- 542
- Categories
- Geographie, Land und Leute
- Kunst und Kultur
Table of contents
- Geleitwort von Ana Blatnik, Präsidentin des Bundesrates (Juli – Dezember 2014) 7
- Spremna besede Ane Blatnik, predsednice državnega sveta (julij – december 2014) 8
- Geleitwort von Johannes Koder 9
- Vorwort der Herausgeberin und des Herausgebers 11
- Einleitung – slowenische Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška 15
- Alphabetische Liste der AutorenInnen/BeiträgerInnen im vorliegenden Band 38
- Verzeichnis der Siglen 40
- Verzeichnis der Abkürzungen und Benutzungshinweise 46
- Editoriale Hinweise 51
- Lemmata Band 1 A – I 55