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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Volume 5
Page - 184 -
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Page - 184 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Volume 5

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184 zurückgetreten war, welcher wohl größere Macht und mehr Ansehen, nicht aber größere Fähigkeiten besaß. Seit dem Tode des Königs Matthias Corvinns hatte der ungarische Stamm keinen Mann hervorgebracht, der so ganz zum Herrschen geboren gewesen wäre als dieser jetzt — im Jahre 1618 — sechsuudreißigjährige Mann. Mit durchdringendem Verstände erfaßte Bethleu Alles, was zum Schutze, zum materiellen und geistigen Gedeihen Siebenbürgens nothwendig war. Er fand auch die dazu geeigneten Mittel und besaß die Kraft, mit diesen Mitteln, wenngleich nicht Alles, so doch sehr Vieles durchzuführen. Als Anhänger Sigmnnd Bäthorys, als Gegner Bastas und bald Gabriel Bathorys lebte er lange als Flüchtling in der Türkei; er nahm daselbst wahr, wie morsch dieses ganze große Reich war, und ihm erschien es schon nicht mehr unmöglich, daß die Christenheit mit vereinter Kraft die Türken aus Ungarn vertreibe und das Land befreie; bei diesem großen Werke hatte er sich selbst, wenn auch nicht die erste, so doch eine große Rolle zugedacht. Nur daß der Verlauf der Ereignisse der Verwirklichung dieses Ideals nicht sehr günstig war. Noch lebte Matthias II., als die Protestanten Böhmens wegen religiöser Beschwerden sich erhoben und der große Religionskrieg begann, welcher dreißig Jahre hindurch den ganzen Westen Europas in Bewegung setzte. Bethlen war ein strenger, wenngleich weder ein fanatischer noch befangener Reformirter. Wie man sagt, hatte er die Bibel sechsuud- zwauzigmal durchgelesen; dabei aber entging es ihm nicht, daß die Jesuiten gute Lehrer seien, und daß das protestantische Siebenbürgen nicht zu Grunde gehen würde, wenn auf seinem Gebiete hier und da auch Jesuiten unterrichteten; daß ferner neben der protestantischen Bibelübersetzung Kaspar Kärolyis auch die ungarische Übersetzung des Jesuiten Georg Käldy einer Unterstützung werth sei. Ja vielleicht barg sich schon auf dem Grunde seiner Seele der Skepticismus, welcher die Dogmen den großen weltlichen Interessen unterordnet und Heinrich von Navarra, dem Besitze von Paris zuliebe, zur Messe gehen ließ. Aber seinem Ehrgeize — der in ihm, und zwar, wie man sagen darf, mit Recht lebte — war der Protestantismus und nicht der Katholicismus förderlich und die Feinde der Reformation waren auch die seinigen. Er griff daher im Laufe des dreißigjährigen Krieges dreimal zu den Waffen gegen Ferdinand II. (1619 bis 1621, 1623, 1626), mit stillschweigender Einwilligung, bald auch mit offener Unterstützung der Pforte. Er drang bis Preßburg und sogar über die Donau bis an die Drau vor. Die Krone fiel ihm in die Hände und seine Getreuen wählten ihn zum König von Ungarn (am 25. August 1620). Aber die Ereignisse des deutschen Krieges, welche dem Protestantismus nicht günstig waren, zwangen ihn ebenso oft zum Rückzug und zum Frieden, und was Bethlen durchführen konnte, war nur so viel, , daß °der König den Wiener Frieden wiederholt bestätigte und Bethlen die Eomitate Szathniär, Szabolcs, Ugocsa, Zemplin, Borsod, Bereg und Abauj bis ans Lebensende verlieh. Doch als endlich im Norden der Held erschien, der dem deutschen Protestantismus
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Volume 5
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Übersichtsband, Ungarn (1)
Volume
5
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1888
Language
German
License
PD
Size
16.41 x 22.5 cm
Pages
532
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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