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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Volume 5
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Page - 464 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Volume 5

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464 Die Cultur der edleren Sorten von Tafeltraubett, sowie eine richtigere Weiu- prodnetion und rationelle Kellerwirthschaft zu verbreiten, sind die durch deu Staat erhaltenen Weinbauschulen in hohem Maße berufen, deren älteste auf dem Blocksberg schon seit achtundzwanzig Jahren thätig ist; die übrigen fünf Schulen dieser Art lehren in Tarezal (bei Tokaj), Menes (bei Arad), Dioszeg (im Ermellek), Nagy-Enyed (mitten in Siebenbürgen) nnd in Preßburg die Grundsätze der rationellen Rebeneultnr und Weinprodnction. Gartenbau. Die „Poesie der Landwirthschaft", wie Baron Gabriel Prönay in seiner akademischen Abhandlung den Gartenbau nennt, hat auch in Ungarn gleich mit der Begründung fester Wohnsitze ihren Anfang genommen, da in der Nähe derselben auch hierzulande alsbald Gärten entstanden sind. Der culturverbreitende Einfluß der Römer machte sich in dieser Richtung gleichfalls geltend, und von Septimins Severns findet sich erwähnt, daß er als Proeonsnl von Pannonien dem Gartenbau einen stärkeren Jmpnls gegeben habe. In den Bereich des Gartenbaues gehörte damals auch die Cultur solcher Pflanzen, deren Werth in ihrer Heilkraft bestand. Als eine solche Pflanze Pannoniens erwähnt Plinins mit besonderem Lob die saliunea (Narde). Natürlich hielt auch die Zucht der Obstbäume gleichen Schritt mit der Gärtnerei nnd es wurden seit den Antoninen im oberen Pannonien sechsundzwanzig, im unteren fünfundzwanzig namhaftere Städte erbaut, welche auf dem Terrain der ausgerodeten Wälder und abgeleiteten Sümpfe unter Anderem der Obstcultur oblagen. Und wenn Kaiser Gallienns im IV. Jahrhundert keinen schöneren und cultivir- teren Landestheil fand, um ihn mit dem Namen seiner Gattin zu schmücken, so läßt sich wohl auuehmeu, daß die Valeria- auch hinsichtlich des Gartenbaues auf eiuer hohen Stufe gestanden sei. Die Völkerwanderung allerdings mußte auch die Gärten zur Wüstenei verstampfen, sie konnte indeß nicht jede Spur dieses entwickelten Zweiges der Landwirthschaft austilgen. In jenem Theile Ungarns, der nach Niederwerfung der Avaren dem fränkischen Reiche einverleibt wurde und auch unter dem Schutze des berühmten Capitnlare (,cle villis«) Karls des Großen stand, rechneten wenigstens die Wohnsitze der königlichen Vögte, wo der Administrator und die übrigen Beamten der Wirthschaft wohnten (nach Wenzel Nyerges- Ujfaln uud Zircz), und welche zusammen mit den zugehörigen Meierhöfen ,eurtes", Höfe genannt wurden, gerade auf Grund der Verfügung dieses Capitulare auch die Cultur der Weinberge und Gärten znr Sphäre ihres Betriebes. Es läßt sich unschwer nachweisen, daß die Magyaren der Einwanderung diesen Theil des Landes im Znstande einer weit
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Volume 5
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Übersichtsband, Ungarn (1)
Volume
5
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1888
Language
German
License
PD
Size
16.41 x 22.5 cm
Pages
532
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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