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staatlicher Verwaltung befinden sich davon 7.20V Kilometer, an deren Erhaltung jahrlich
2'/^ bis 3 Millionen Gulden gewendet werden. Unter der Obhut der Jurisdictiouen stehen
37.700 Kilometer, deren Erhaltung jährlich über 7 Millionen Gulden kostet. Die Länge
der Vicinalstraßen beträgt 58.000 Kilometer. Nach mäßigem Durchschnitt geschätzt,
repräsentirt das ganze Straßennetz einen Werth von nahe an 200 Millionen Gulden.
Auch die Gewässer werden immer mehr in geregelte Bahnen gelenkt. In dieser
Hinsicht war eine doppelte Aufgabe zu lösen; einestheils mußte die Schiffahrt ermöglicht
und gesichert werden, anderseits galt es, durch Hochwasserschutz- und Entwässerungs-
arbeiten jene ausgedehnten Landstriche zu gewinnen, welche Snmpf und Moor waren oder
von alljährlichen Überschwemmungen heimgesucht wnrden.
Was deu Wasserbau betrifft, ist auf diesem Gebiete — abgesehen von den Finmaner
Hafenbauten — die bedeutendste Leistung der letzten Jahre die Regnlirnng der Donau
im Bereiche der Hauptstadt. Ihr Zweck war, die Hindernisse der Schiffahrt zu beseitigen
und die Stadt gegen Eisstauungen zu schützen; auch war sie von Wichtigkeit für den Handel
der Hauptstadt. Sie kostete über l2'/» Millionen Gulden, doch wurden uicht nur die
erwähnten Ziele erreicht, sondern die Hauptstadt Budapest gelangte zugleich in den Besitz
eines in Stockwerken angelegten und mit Treppen versehenen Quais von 4.300Meter Länge,
welcher zeitweilig der lebhaftesten Handelsbewegung als Schauplatz dient. Außerdem
werden auf der Donau im Interesse der Schiffahrt noch zwei große Arbeiten auszuführen
sein. Die eine, die Regnlirung der oberen Donau in Ungarn, nämlich der Strecke zwischen
Theben und Dnna-Radväny, ist bereits im Zuge. Dort befindet sich die Donau noch
sozusagen im Urzustände; sie verästelt sich vielfach, bildet Sandbänke und Inseln und
überflutet viele tausend Joch Landes; streckenweise ändert sie fast jedes Jahr ihren
Lauf, zu nicht geringem Schaden des Schiffahrtsbetriebes. Diese Regulirung, deren
Kosten auf 17 Millionen Gulden veranschlagt sind, wird eine der bedeutendsten derartigen
Arbeiten auf ungarischem Gebiete sein. Die andere große Aufgabe, welche die Douau
stellt, ist die Regulirung des Eisernen Thores, zu deren Dnrchsührnng die Monarchie, da
die Arbeiten sich auch auf fremdes Gebiet erstrecken, ein europäisches Mandat erhalten
hat. Es wird nicht leicht sein, der Schiffahrt einen sicheren Weg zu bahnen, wo die
Felsenriffe Stenka, Kozla-Dojke, Jzlas, die beiden Tachtalia, Greben und Lncz und am
eigentlichen Eisernen Thor das Riff Prigrada das Bett des Stromes gleichsam in ihrer
Gewalt haben, und zwar zum großen Theile unter Wasser lauernd, ein Schreckbild der
Schiffer uud ein so mächtiges Hinderniß des Verkehrs, daß bei niederem Wasserstande
die Dampfschiffahrt hier überhaupt eingestellt wird und nur die dringendsten Eilgüter auf
kleinen Kähnen durch vierzig Menschen und acht Ochsen bis zu jenem Theile des Stromes
hiuaufbugsirt werden können, der schon für den Verkehr gesichert ist.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Übersichtsband, Ungarn (1), Volume 5
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Übersichtsband, Ungarn (1)
- Volume
- 5
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1888
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 16.41 x 22.5 cm
- Pages
- 532
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch