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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Volume 6
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490 ist der allgemeinen Annahme zufolge ein Salzburger und zwar ans dem Lungau, wo die Tannhänser seit den ältesten Zeiten seßhaft sind. Das Wappen dieser „Tanhnser" ist eine goldene Greifenklaue auf gekröntem Helm im schwarzen Schilde. Mit dem Bilde des Minnesängers in der Manesse'schen Handschrift hat es das Schwarz und Gold des Wappenschildes gemein. Wie Neidhart wohnt der Tannhänser eine Zeitlang an dem „wonniglichen Hofe" zu Wien, bei Herzog Friedrich, deu er iu prächtigen Liedern besingt. Er führt das Leben eines Fahrenden, locker und nnstät. Heute auf stolzem Rosse, zieht er morgen wieder kümmerlich seiue Straße. Vieler Herreu Länder durchwandert er; die „milden" Fürsten zählt er getreulich auf. Sogar deu ferueu Osten lernt er auf einem Areuzzuge keimen. Wein, Weib und Lied sind seines Lebens Inhalt. Den edleren Ton des Minnesauges schlügt er nur an, um ihu zu verspotten. Die späteren Minnesänger ahmen ihn nach, die Meistersänger wählen ihn zu ihrem Liebliug, sie seheu iu ihm das Abbild ihres eigenen genußsüchtigen, ruhelosen uud in sich zerfallenen Zeitalters. Und so kam es, daß sein Bild, mit alten nnd neuen Zügeu ausgestattet,. iu den Sagenschatz des Volkes ausgenommen wurde uud daß sein Name in höherer sinnbildlicher Bedentnng fortlebt neben dem eines Faust und Don Juan. Wie anders die fromme Gestalt des Sängers, der uns jetzt entgegentritt: — der Mönch vou Salzburg! Hermann ueuut ihn die älteste (Tegernseer) Handschrift seiner Lieder. Er lebte in rauher Zeit, au der Weude des XIV. nnd XV. Jahrhunderts. Aber nicht die lärmende Welt ist seine Heimat, sondern der stille Klosterbezirk, und Maria, die süße Gottesmutter, ist seine Königin. Er übertrug lateinische Kirchcnhymnen in die Mutter- sprache und dichtete zahlreiche eigene Lieder, die er selbst in Musik setzte. Vor Allem schön sind seiue Marienlieder, wie „das Ave Maria des Münichs", „das gnldein Fingerlein des Münichs" und andere, in denen er weltliche und kirchliche Töne auf das iuuigste verbindet. Er ist, mit dem etwas späteren Straßbnrger Geistlichen Heinrich von Laufenberg, der Begründer des deutsche» Äircheugesaugs, lauge vor Luther. Salzburg war schou früh eine Heimat des geistlichen deutschen Liedes; anch das Volk sang solche Lieder. Aus dieser Quelle schöpften die Salzburger Protestanten ihre religiöse Begeisterung, aus ihr stammen jene zahlreichen, oft ergreifend schönen Exulanten- lieder. „In des Münich von Salzburg Tone" ist eiue beliebte Touweise der Meistersänger, Selbst noch in den veränderten Zeiten des XV. nnd XVI. Jahrhunderts nimmt Salzburg eine weithin bekannte Stellung ein. Hans Sachs selbst kam hieher nnd dichtete einen Lobspruch auf die Stadt. Die neue Zeit pochte vernehmlich an die Thore der altehrwürdigen Bischofsstadt. Salzburgs geistliche Fürsten des XVI. Jahrhunderts erwarben sich den Ruhm, dem Neueruugsgeiste nicht sowohl mit Waffen der Gewalt als mit solchen der Wissenschaft und
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Volume 6
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Oberösterreich und Salzburg
Volume
6
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1889
Language
German
License
PD
Size
17.03 x 24.86 cm
Pages
650
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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