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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Volume 6
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510 Eine kurze Erwähnung verdienen noch die vielen romanischen Grabsteine in St. Peter, Nonnberg und anderen Orten. Sie stammen zumeist aus dem XIV. Jahr- hundert; ihre höchst einfache Ausführung in Marmor, mehr Gravirung als Scnlptnr, läßt den Übergang zur Gothik deutlich verfolgen. Den Gemäldeschmuck in Fresco, womit der deutsche Romanismus die Innenwände seiner Kirchen, eine Bilderbibel für das Volk, zu bekleiden liebte, haben bekanntlich die folgenden Jahrhunderte, soweit er überhaupt erhalten blieb, unter Tünche und Stncco vergraben. Reste davon treten bei neueren Restaurirungen gar oft zu Tage; auch in unserer Stiftskirche St. Peter war dies erst jüngst der Fall. Ein einziges Denkmal solcher Art, dafür aber von höchster kunsthistorischer Bedeutung, blieb uns in Salzburg erhalten: eine Reihe uralter Frescobilder in der F r a u e n st i f tskirche Nonnberg . Der dunkle abgesperrte Vorraum, in welchem sie sich befinden, rührt ohne Zweifel von dem Kirchen- baue Kaiser Heinrichs ll. aus dem Anfange des XI. Jahrhunderts her. Die Nord- und Westwand desselben ist von neun nach oben rund geschlossenen Nischen durchbrochen, von welchen jedoch nur mehr vier ganz offen, die übrigen durch spätere Umbauten, besonders durch die Pfeiler eines eingefügten Gewölbes zur Hälfte vermauert oder weggebrochen sind. Die flache Hinterwand dieser farbig eingefaßten Nischen zeigt die lebensgroßen Brustbilder von Heiligen, nicht eigentlich al krsseo, sondern mit Temperafarben auf trockenen Kalk oder Gyps gemalt. Es sind durchaus feierliche Gestalten mit dem Gepräge ruhiger Größe und Erhabenheit, an byzantinische oder ravennatische Mosaiken erinnernd; die Köpfe niit rundem Nimbus im Ausdrucke ernst, beinahe starr, die Gewandung in leichten Linien einfach und edel mit gedämpften Farbentönen gehalten. Die neuere Kunst- forschung setzt das Alter dieser ehrwürdigen Bilder in die erste Hälfte des XI. Jahrhunderts, was mit der Bauzeit der Kirche Heinrichs übereinstimmt. Die Tradition jedoch, sogar von einzelnen Gelehrten unterstützt, will ihnen noch höheres Alter, selbst bis zu Karl dem Großen hinauf zuerkannt wissen. Das andere Gebiet romanischer Malerkunst, die Miniaturenmalerei, war und ist noch immer, trotz der Auswanderung vieles Werthvollen, in Salzburg ansehnlich vertreten. Obenan steht hier das berühmte Antiphonar des Stiftes St. Peter aus dem XIII. Jahrhundert mit nahe an 500 großentheils prachtvollen Initialen und Miniaturen auf Goldgrund. Auch die k. k. Studieubibliothek besitzt schöne Arbeiten dieser Art. Nicht weniger als 136 mittelalterliche Handschriften, darunter 15 mit Miniaturen von hohem Werthe, kamen nach der Säcnlarisation von Salzburg nach München und bereichern dort die Schätze der königlichen Hosbibliothek. Es würde zu weit führen, die Kostbarkeiten alle aufzuzählen, welche die Schatz- kammern des Domes, sowie der Stifte St. Peter und Nonnberg an Erzeugnissen der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Volume 6
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Oberösterreich und Salzburg
Volume
6
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1889
Language
German
License
PD
Size
17.03 x 24.86 cm
Pages
650
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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