Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kronprinzenwerk
deutsch
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Volume 6
Page - 587 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 587 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Volume 6

Image of the Page - 587 -

Image of the Page - 587 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Volume 6

Text of the Page - 587 -

587 salzburgische Bauer, der uoch vor ein paar Deeeuuien auf dem Forstamt schüchtern und verschämt regelmäßig um seinen „zirbenen Wiegenbaum" bat, gehört bereits zu den historischen Staffagen. Nach der heutigen, in der Hauptsache alther überkommenen Vertheiluug des Wald- eigenthums dürfte man auf gute waldwirthschaftliche Verhältnisse schließen. Der große ungetheilte Besitz herrscht weitaus vor; nicht weniger als zwei Drittel der Landeswald- fläche sind in seinen Händen; obenan der Staat (122.673 Hektar oder 52 5 Procent der Gesammtwaldfläche),dann die baierische Krone mit den ihr tractatmäßig abgetretenen Saal- forsten im Pinzgan (12.049 Hektar oder 5 1 Procent), der private Großgrundbesitz (sechs Besitztümer mit 11.358 Hektar oder 5 Procent) und endlich die Gemeinden und Genossen- schaften (9.956 Hektar oder 4 3 Procent) böten Garantie genug für jene Annahme. Nur ein Drittel des Waldstandes (bäuerlicher Kleinbesitz 74.630 Hektar, Kirchen und geistliche Korporationen 1.175 Hektar, zusammen 33 1 Procent) ist in kleinere, dem Forstbetriebe nicht günstig gestaltete Flächen zersplittert. Wenn die forstwirthschastlichen Zustände des Landes trotzdem nicht ganz befriedigen, so ist dies einzig und allein der früheren Berwirrnng der Waldeigenthumsverhältnisse und der enormen Belastung, zumal des dominirenden Staatswaldbesitzes zuzuschreiben. Von dem Gesammtwaldstande Salzburgs sind gegenwärtig noch mehr als 67 Procent mit Servituten und servitutsähnlicheu Gemeinschaftsrechten behaftet. In den Staatsforsten beträgt dieses Procent, was die Holz- und Streueinforftung betrifft, allein 93 8, während die Weiderechte sich auch noch auf den außerforstlichen ärarischen Besitz erstrecken. Der Werth der Jahresleistungen an die Forstholden des salzburgischen Staatswaldes beläuft sich auf rund 318.000 Gnlden, 3 03 Gulden pro Hektar der belasteten Waldfläche. Aus diesen Zuständen allein lassen sich die forstlichen Verhältnisse dieses Landes genügend erklären. Seit der im Jahre 1524 erschienenen Waldordnung des energischen Cardinals Matthäus Lang von Wellenburg bis zu jener des Erzbischofs Sigmund von Schrattenbach, 1755, hat das Land, — mit Einschluß des österreichischen Forstgesetzes vom Jahre 1852 — nicht weniger als zehn solche Ordnungen erlebt. Allein das Ziel aller derselben, die rechtliche und wirthschaftliche Ordnung im Walde, ist bis heute nicht erreicht worden. Nahezu sämmtliche Forste des Landes waren ehemals dem Bergbau dienstbar gemacht und theils als landesfürstliches Regale erklärt, theils mit dem bis auf das beholzte Weide- und Wiesenland ausgedehnten Reservate für das Montannm belegt worden. Für den Bauer gab es nur eine auf „Gefallen und Widerruf" eingeräumte Einfvrstung neben einem auf kleinere» Flächen zwar von altersher entwickelten, durch das Reservat aber wieder illusorisch gewordenen Waldeigenthum.
back to the  book Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Volume 6"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Volume 6
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Oberösterreich und Salzburg
Volume
6
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1889
Language
German
License
PD
Size
17.03 x 24.86 cm
Pages
650
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
Kronprinzenwerk deutsch
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild