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Begräbnißkapelle zu Stallhofen und die Kirche zu Ossiach haben von seiner Hand
herrührende Freskomalereien aufzuweisen. Weniger bedeutend sind seine Tafelmalereien.
Zu erwähnen wären ein Paar Altarbilder für kärntnische Kirchen, wie für Maria-Rain,
für die Schloßkirche in Wernberg und für die Bürgerspitalskirche in Klagenfurt, dauu die
großen Gemälde in Gnrk.
In dieser Periode entstanden dann noch unter anderen die Gewölbemalereien der
Stadtpsarrkirche in Klagenfurt vom Hofkammermaler Mölk, die Fresken im Schlosse
Meiselberg uud das Plafondgemälde in der Kirche St. Michael am Zollfeld von Anton
Zoller, die schönen Fresken in der Priesterhanskapelle in Klagenfurt vou Enstach
Gabriel, die Gemälde iu der Kapelle uud im Speisesaal der bischöflichen Residenz in
Klagenfurt von Josef Pichler, endlich die Malereien in Straßburg und Zwischenwässern
von Josef Bergler. Einige von diesen Künstlern haben anch manche treffliche Ölgemälde
für Körnten geliefert, so insbesondere der Schwabe Enstach Gabriel für mehrere Kirchen
Altarbilder. Außer den Genannten fanden noch mehrere andere theils einheimische, theils
auswärtige Künstler in Kärnten Beschäftigung. Von einheimischen wären zu nennen der
Lehrer Fromillers, Steiner, und der Klagenfnrter Franz Linder; von Ausländern der
Landschafter Christian Brand nnd die Italiener Peter Cnssetti, der ältere Lampi,
Carlo Maratti und der Venetianer Zannsi. Vereinzelt findet man dann anch noch das
eine oder andere Bild von bekannteren österreichischen Meistern, wie z. B. Altarbilder in
Wolfsberg vom Kremser Schmidt und von Mahlknecht und das Hochaltarbild in
der Domkirche zu Klageufurt von Daniel Gran.
Wir sehen also auf dem Gebiete der Malerei durch das XVIII. Jahrhundert hindurch
bis iu den Beginn unseres Jahrhunderts hinein eine rührige Thätigkeit sich entfalten. Die
Malerei feierte auch in Kärnten wieder eine Blütezeit. Doch erreichte sie bei weitem nicht
jene Höhe wie im Beginn des XVI. Jahrhunderts.
In unserem Jahrhundert trat wieder ein Verfall ein. Nur in der Landschaftsmalerei
haben ein paar einheimische und znm Theil auch iu Kärnten selbst wirkende Künstler
Nennenswerthes geleistet, so die Brüder Josef und Ludwig Willroider, Eduard Ritter
von Moro uud Markus Peruhart. Von Historienmalern hat Johann Scheffer von
Leonhardshoff einige Zeit in Klagenfurt gelebt und für den kunstsinnigen Fürstbischof
Salm einige Bilder gemalt. Hingegen haben die Kärntner Josef Poffod aus Griffen und
insbesondere der bekannte und seinerzeit sehr gesuchte Porträtmaler August Priuzhofer
aus St. Veit ihre Werke außerhalb der Heimat geschaffen. Was aber die monumentale
Wandmalerei anbelangt, so hört mit dem Beginn dieses Jahrhunderts alle Thätigkeit fast
vollständig auf. Es entstanden nicht nur keine nennenswerthen neuen Gemälde, sondern
selbst viele der älteren Wandmalereien verschwanden in bedauernswerther Weise unter der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Volume 8
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Kärnten und Krain
- Volume
- 8
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 16.41 x 23.03 cm
- Pages
- 532
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch