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sie gestatten den Rückblick ans das allmälige Entstehen des heutigen Laibach. Dieses hat
sich von der ursprünglichen Anlage des „alten Marktes" am rechten Laibachufer, den Fluß
übersetzend, auf dem linken als „neuer Markt" ausgedehnt, dann anläßlich des Laibacher
Monarchencongresses 1821 einen neuen Impuls zur Ausdehnung und Verschönerung
erhalten (Cougreßplatz und Sternallee) und dauu erst in der Neuzeit zwei neue Viertel
in westlicher und in nördlicher Richtung vorgeschoben. Diese jüngste Stadterweiterung
weist nun in westlicher Richtung die prächtige Avenne der Kaiser Franz Joseph-
Straße mit Villenbauten bis in die domartig gewölbte tiefschattige Lattermannsallee, den
Monumentalbau des neuen Museums „Rudolfiuuin", das neue schöne Sparkasse-
gebäude uud mehrere Privatbauten und in der nördlichen Ansdehnnng, in der Nachbarschaft
der lebenweckenden Eisenbahnhöfe der Südbahn und Staatsbahn, das zweite neue Viertel
mit diverseu Fabriksanlagen und dem aus zehn Gebäuden bestehenden Complexe der
neuen städtischen Kaserne. In letzterem Viertel erstand auch die ueue Herz Jesu-
Kirche mit dem Missionshaus? der Lazaristen, das jüngste Gotteshans Laibachs, gerade
gegenüber der (seitwärts am linken Ufer „der Laibach") gelegenen ältesten Psarrgrüudnng
von St. Peter, an die sich im Laufe der Jahrhunderte die Gründungen der Dom-
pfarre St. Nikolaus, Stadtpfarre St. Jakob, Mariä-Verkündignng (Frauciscauer) und
Tiruau schloffen, die sämmtlich im Rayon des alten Laibach, wo auch die Kircheu des
Deutschen Ritter-Ordens („deutscher Platz"), der Ursuliuerinueu (Cougreßplatz) uud die
Kirche zu St. Florian liegen, letztere am südlichen Ausstiege zum Schloß, dem ehemaligen
Wohnsitz der Landeshauptleute, in welchem die alte St. Georgskapelle die Wappen
derselben bis in die Mitte des XVIII. Jahrhunderts weiset. Von den Zinnen des Schloß-
Uhrthurmes, einem Umbau des mittelalterlichen „Pfeiferthurms", genießt man die
herrlichste Umschau in die Thalebene von Laibach, von welcher namentlich hochentzückend
die Fernsicht in das alpenumgrenzte uordkraiuische Becken ist.
Aber auch schon die zunächst reizende Hinabschau auf die Laibacher Ebeue im
engsten Umkreise, wie sie, von dem Siska Berge im Nordwesten und dem Golovc im
Osten eingeengt, an den Ufern des von fünf Übergängen überbrückten Laibachslnsses und
Gruberkanals sich darstellt, ist eine überaus lohnende und schließt eine Reihe von lieblichen
uud anregenden Details an Schönheiten der Natnr und Werken der Menschenhand in sich.
Als Perle erscheint das am Ostabhang des Siska Waldes, am Ausgaug der Lattermauus-
Allee situirte Schloß Tivoli (Uuterthurn), schon vor 600 Jahren ein Jagdbijou der
Kärntner Herzoge, in unserer Zeit von Seiner Majestät Kaiser Franz Joseph für den
Marschall Grafen Radetzky angekauft (1852), dann nach dessen Tode wieder Eigenthum
Seiner Majestät und heute städtisches Eigen mit einem jüngst errichteten ehernen Stand-
bilde Radetzkys auf dem obersten Plateau der wohlgepflegten Parkterrasse, während die
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Volume 8
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Kärnten und Krain
- Volume
- 8
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 16.41 x 23.03 cm
- Pages
- 532
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch