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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Volume 8
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379 die Jungfrau, die als jährliches Opfer dem Drachen preisgegeben wird: Marjetica, von ihrer Stiefmutter dem Drachen geopfert, wird von ihrem Bruder, dem heiligen Georg, gerettet, indem sie ihren goldenen Gürtel über das Unthier wirft, wodurch es vom Helden gebändigt und erschlagen wird. Die Jungfrau wird geraubt vom Wiuterdämon Trdoglav, vou deu Pefoglavci, welche sie so lange in ihrem Schlosse gefangen halten, bis ein junger Königssohn sie befreit. Mit dem Teufel, der ein Mädchen geraubt, ringt ein Schmied, so stark wie zwölf Gesellen, und entreißt ihm die Beute. Dasselbe Motiv wird auch auf historische Personen übertragen. Raub und Errettung schöner Frauen ist ein beliebtes Sujet des Volksliedes und der Volkssage geworden, wobei auf Kralj Matjäz hingewiesen werden möge. Den Raub der Erdeujungfran vertritt ein neues Motiv: die Versteinerung, Verzauberung in Thiere, als Hund, Igel, Hirsch, Schlange. Dementsprechend ist die Errettung Wiederbelebung des erstarrten Königreiches oder Rückverwandlung in die ursprüngliche Menschengestalt. Die Entzauberung gelingt nicht immer, der dazu Aus- erwählte ergreift die Flucht. Sie vollzieht sich allmälig, indem der Held allerlei nächtlichen Spuk mannhaft aushält, oder durch wiederholte Schläge mit der Haselgerte. Diese ist die Wünschelruthe, die verzaubert und den Zauber banut, verborgene Schätze öffnet und das Wasser theilt, daß man trockenen Fnßes hindurchgehen kann. Sie kann ersetzt werden durch Wunder- und Zauberkräuter, von denen die Springwurzel genannt sei. Die Errettung wird durch die Ehe, das alte mythische Symbol der Vereinigung der jungen Frühlingssonne mit der ueuerwachteu Erdeubraut, besiegelt. Wider lichte Wesen erheben sich ihnen verwandte, die jenen zum Verderben gereichen. Die Stiefmutter verfolgt die Stieftochter, legt ihr schwierige Arbeiten auf, welche der Verfolgten mit wnnderbarer Hilfe (Thiere, Christus) gelingen. Die Schwieger- mutter verleumdet ihre Schnur beim abwesenden Genial, daß sie ihm statt eines schönen Knäbleins einen schwarzen Kater geboren hat. Ein Zauberer (der Teufel) verfolgt den auf einem abgemagerten Rosse fliehenden Sonnenhelden, der Bürste, Striegel, Salz hinter sich wirft, wodurch Wälder, Felsabgründe, Sümpfe entstehen und den Verfolger aufhalten. Die Schwester tödtet ihreu eigenen Bruder; die zwei älteren verständigen Brüder verfolgen und erschlagen aus Neid den jüngsten, den Thoren, dem aber Alles wohl gelingt. Hiermit hat der Sonueumythus seine Grenze erreicht und geht in das ethische Märchen über. Nicht so zahlreich sind die Mondesmythen. Der Mann im Monde, der zur Strafe, daß er sich von Christus dem Herrn unter den drei gestatteten Wünschen nicht den Himmel ausgebeten, fortschmiedet und sich zwölfmal im Jahre verjüngen mnß, ist das Symbol des Mondes selbst. Eine Variation davon sind die Märchen vom Schmied oder Knrent, der den Tod überlistet und weder in den Himmel noch in die Hölle Einlaß
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Volume 8
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Kärnten und Krain
Volume
8
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1891
Language
German
License
PD
Size
16.41 x 23.03 cm
Pages
532
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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