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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Volume 9
Page - 354 -
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354 „Taligas", deren es mehrere Hundert gibt und die dem Fremden nicht nur sofort auffallen, sondern auch durchwegs vollkommen zusagen. Außer dem Hauptort hat die Nylrgegeud noch mehrere bemerkenswerthe Orte. Vor Allem Kis-Värda, eine hübsche und lebhafte Handelsstadt von 5.000 Einwohnern. In seiner einst von Sümpfen umgebenen, jetzt zur Ruine gewordenen Beste wohnten zumeist die Obergespane des Szaboleser Comitates. Im XVI. Jahrhundert war es der Brenn- punkt des Comitatslebeus und lange Zeit auch Schauplatz der Comitatsversammluugeu. Seine alte Kirche ist angeblich von König Ladislans dem Heiligen erbaut zum Andenken seines Sieges über die Knmaneu im Jahre 1085. Diese im XV. Jahrhundert erneuerte und auch seither mehrfach umgebaute Kirche besteht noch heute. Gegenwärtig ist das durch Handel und Gewerbefleiß rasch emporgekommene Kis-Värda Sitz eines königlichen Bezirksgerichts, Stuhlrichters, königlichen Steueramtes und Notars. Es hat eine Spar- kasse, eine Gewerbe- und Handelsbank, eine Druckerei und ein Localblatt. Seine Märkte, namentlich die Viehmärkte, haben einen Ruf im ganzen Lande. Nagy-Källö, eine Stadt mit etwa 5.000 Einwohnern, ist der Ursitz der berühmten Familie Källay, woher auch der jetzige gemeinsame Finanzminister stammt; bis 1875 war es Hauptort des Szaboleser Comitats. Seine alte Burg, von der jetzt kaum noch Spuren zu erkennen sind, spielte in den Kämpfen um bürgerliche und Glaubensfreiheit eine bedeutende Rolle. Als Franz Räköezy II. seine Fahnen entfaltete und die Hajdncken zum Anschluß aufforderte, machten diese die Eroberung der Grenzveste von Källö zur Bedingung ihres Anschlusses. Raköczy nahm denn auch die Beste ein und die vier kleinen Kanonen, die er nebst einigem Schießbedarf dort erbeutete, wurden die Grundlage zum ersten Artilleriepark des Fürsten. Kurze Zeit war Nagy-Källö auch Hajduckenstadt, da aber die Hajdncken sich mit den Kaiserlichen in der Festung schlechterdings nicht vertragen wollten, gab Fürst Gabriel Bäthory den Hajdncken für Källö Böszörmeny iu Tausch. In den Kämpfen, die um den Besitz der Källöer Burg ausgefochten wurden, litt auch die Stadt uicht wenig und begann sich erst zu Anfang dieses Jahrhunderts wieder zu heben. Nachdem die um politische und Glaubensfreiheit geführten Kriege zu Ende getobt, begannen die Verfassungskämpfe, welche der Adel zu Källö, als dem damaligen Comitatssitz, führte. Hier residirte am Anfang des Jahrhunderts der berühmte Vieegespan Nikolaus Källay, der, auch wenn er keine Gäste hatte, täglich für 60 Personen decken ließ. Der Entwicklung Nagy-Källös wurde Plötzlich und unabwendbar Halt geboten durch das Hinüberlenken des Comitatslebens nach Nyiregyhäza. Seitdem ist es still geworden in der anmuthig gelegeneu, durch seine Vergangenheit und wackere ungarische Bevölkerung sympathischen Stadt. Die in den letzten Jahren eröffnete Eisenbahnlinie Nyiregyhäza- Mäteszalka brachte zwar auch das Leben Nagy-Källös kräftig in Schwung, doch wirkt
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Volume 9
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (2)
Volume
9
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1891
Language
German
License
PD
Size
15.56 x 21.98 cm
Pages
682
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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