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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Volume 9
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Ernten jedoch wegen der Überschwemmungen durch Flüsse und Grundwasser — er ist nämlich zwischen die beiden aneinanderstoßenden Überschwemmungsgebiete der Theiß und Szamos eingeklemmt — oftmals in Frage gestellt werden. Und nicht nur die fließenden Gewässer richten Verheerungen an, sondern auch die todte Theiß, die todten Szamos- arme und andere von der Szamos abzweigende Wasseradern, Grundwässer, der Sär- Sumpf und sonstige Feuchtigkeitsbecken. Fast jedes Dorf, und die Dörfer sind dicht gesät, besitzt mehr oder weniger Wald. In der Gegend von Szatmär werden die Wälder größer. Der S ä r - W a l d , der zur Stadt Szatmär gehört, der ausgedehnte Gombäs , die schönen Eichenwälder am Tnr- slüßcheu und auf dem Erdöhät (Waldrücken) bringen viel Abwechslung in die Landschaft. An dem einen Ende des Gebietes liegt Sza tmär , eine der ältesten Festungen der Ungarn; mit seinen durch die Königin Gisela angesiedelten deutschen IrosMes (Gastvolk) war es schon unter dem Ärpäd'schen Hause der Mittelpunkt jener ungeheuren Krondomänen, welche zuerst als königliche Jagdgebiete die Gebirgsgegenden von Szatmär, Ugocsa und Märamaros umfaßten. An? Fuß der Berge, längs der Flüsse Lapos, Tür, Szamos und Kraszna, lagen neben den Besitznngen der Krone ausgedehnte Ländereien der Geschlechter Tomaj, Käta, Gutkeled uud besonders Kaplyon, was noch durch erhaltene Urkunden aus dem XIII. Jahrhundert bezeugt wird. Am anderen Ende der Ebene, gegen das Szabolcser Eomitat hiu, herrschten das seit Beginn des XIV. Jahrhunderts stetig wachsende Nagy- Käroly, der Stammsitz der Kärolyis, und Eesed, das einer Linie der Bäthorys ihren Namen gab, eine in den Snmps hineingebaute, uoch im XVII. Jahrhundert für unein- nehmbar gehaltene Festung. Das ganze Gebiet ist besät mit den Burgen mächtiger Herren, darunter das dem Geschlechte Kaplyon gehörige Aranyos-Medgyes , das sein erster bekannter Besitzer wegen einer an König Ladislans dem Kumanen verübten Majestätsbeleidignng verlor, dann das Drägsy'sche Erdöd, das Perenyi'sche Nyaläb, das der Familie Kun von Rozsäly gehörige Rozsäly , das Kärolyi'sche Nagy-Käro ly und außerdem noch zahl- reiche Kastelle und Enrien des mittleren Adels. Das Szatmärer Eomitat war nebst der Szilägysäg eine der frühesten und mächtigsten Burgen des Protestantismus in Ungarn, und dieses protestantische Grundgewebe hält noch heute Stich. Der mittlere Adel der Gegend von Nagy-Käroly und besonders von Szatmär ist noch jetzt größtentheils resormirt, desgleichen die Mehrzahl der Gewerbetreibenden beiderStädte. DieNachkommen jenes meist aus niederem Adel bestehendenKriegsvolkes, das in den inneren Wirren des XVII. Jahrhunderts namentlich während des Räköczy'fchen Ausstandes, sich vom Soldatenhandwerk nährte, zogen sich nach dem Szatmärer Frieden theils auf ihre kleinen, verwüsteten Landgütchen zurück, theils warfen sie sich auf die
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Volume 9
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (2)
Volume
9
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1891
Language
German
License
PD
Size
15.56 x 21.98 cm
Pages
682
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild