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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Volume 9
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360 Dörfer behielten ihre alten ungarischen Namen, wurden jedoch schwäbische Gemeinden; so außer Nagy-Käroly: Feny, Csanälos , Val la j , Kaplyon, Kälmänd, Mezö- Petr i , Mezö-Terem, Nagy-Maj teny und weiter gegen Szatmär hin: Erdöd und Beltek. Die wohlhabendsten sind Csanälos, Feny und Kälmaud. Außer iu Nagy-Käroly wohnen die Schwaben nur iu Szaniszlö uud Merk mit den Magyaren vermischt, sonst haben sie sich unvermengt erhalten. Im Allgemeinen sind sie ein fleißiges und wohlhabendes Volk, das sich seine nationale Eigenart und Gemeindeverfassung bisher unverändert bewahrt hat. Ihre Dörfer unterscheiden sich schon dem Äußeren nach von den anderen der Gegend, und zwar dadurch, daß sie als neue Niederlassungen nach einem vorher festgestellten Plane gebaut sind, also geordnete Häuserreihen und Gassen ausweisen. Die nettgebauten Häuser, in denen nach deutscher Art die Wohnräume der Menschen und Nutzthiere in langer Reihe unter dem nämlichen Dache angeordnet sind, die geräumige Scheune am Ende des Hofes mit ihrer bemalten Thüre, die zur Feldarbeit verwendeten starken Pferde kennzeichnen sofort das Schwabendorf. Als diese Leute angesiedelt wurden, erhielten sie von der Herrschaft, die sie berufen, in den verschiedenen Dörfern Grundstücke von ver- schiedener Ausdehnung, '/? bis 1'/, Sessionen groß, als erbliches Eigenthum, waren aber dagegen verpflichtet, der Herrschaft ebenso Arbeit und Dienste zu leisten, wie die Hörigen und Frohnslente. Erhalten aber haben sie sich ihren Besitz auf eigenthümliche Weise, durch die Einrichtung des sogenannten ,krunt« oder .krönt* (vom deutschen „Pfründe"). Dieses „Frnntsystem" unterscheidet sich durch gewisse Züge von ähnlichen Einrichtungen bei den Schwaben in anderen Landestheilen, z. B. im Banat, doch ist der Grundgedanke der uralten Nationalsitte bei beiden vorhanden. Die Erbfolge ist so eingerichtet, daß die Eltern einem ihrer Kinder, ohne Rücksicht darauf, ob es das älteste oder jüngste, ob Knabe oder Mädchen ist, den ganzen Besitz mit Haus und Hof und Wirthschaft sammt allem Zngehör übergeben. Der nämlichen Sitte folgen die Häusler uud Diejenigen, bei deren Hause kein Grundstück ist. Wenn der Auserkorene heiratet, wird der Besitz geschätzt und der ihn beziehende Theil, ob Braut oder Bräutigam, ist verpflichtet, die Hälfte des Gesammtwerthes zu bezahlen, und mit diesen 3.000 bis 5.000 Gulden werden dann sämmtliche Kinder der bejahrten Eltern, so viele ihrer auch seien, abgefunden. Die Alten selbst ziehen sich als Psründner s.krüntner") entweder in das kleine Pfründnerhäuschen (,krüritner-kü?-) zurück, das abgesondert am Ende des Hofes steht, oder, und zwar gewöhnlicher, in die beiden Gassenzimmer oder das sogenannte „Stübel" („stübli"), das heißt Seitenzimmer, und leben fortan in voller Ruhe von der Rente der ,krrmt°. Was ihre Tracht betrifft, sind die alten deutscheu Strümpse schon seit Mitte des vorigen Jahrhunderts abgekommen. Vor fünfzig Jahren trugen die Männer allgemein
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Volume 9
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (2)
Volume
9
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1891
Language
German
License
PD
Size
15.56 x 21.98 cm
Pages
682
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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