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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Volume 9
Page - 371 -
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371 Räköczys unter dem Titel der Kriegssteuer mit Tausenden von Schnürstiefeln, Mützen und anderen Kleidungsstücken zu versehen. Nach Ablauf dieser Kämpfe wurde die Festung 1711, noch vor Abschluß des Szatmärer Friedens, endgiltig geschleift und auch seither nicht wieder aufgebaut. Im Jahre 1721 aber wurden die beiden Städte, Szatmär und Nemeti, vereinigt und unter dem Namen Szatmär-Nemeti in die Reihe der königlichen Städte aufgenommen. Das Andenken der Beste, die Jahrhunderte überdauert hatte, bewahrt das Wappen, welches die Stadt bei dieser Gelegenheit erhielt, das aber eigentlich nur eine Erweiterung ihres alten Stadtsiegels ist: auf grünem Berge ein mit einer Ringmauer umgebener Festungsthurm zwischen zwei grünenden Palmbäumen. Szatmär hat zwei Gymnasien: das uralte reformirte, das sich soeben aus einem sechsclassigen zu einem vollständigen erhebt, und das achtclassige königliche katholische Gymnasium, beide mit Couvicten verbunden. Außerdem ist ein Jesnitenconvict mit 100 Zöglingen vorhanden. Das durch den Bischof Johann Häm als Erziehungsanstalt für Mädchen gegründete große Kloster wird von Nonnen verwaltet und ist für 600 Zöglinge eingerichtet, 50 Stiftungsplätze des Internats sind für Waisen von Unteroffizieren bestimmt. Es enthält die Lehrcurse der Elementarschule, höheren Töchterschule und Lehrerinneu-Präparandie. Die reformirte Kirche von Szatmär-Nemeti unterhält gleichfalls eine höhere Erziehungsanstalt für Mädchen. Außerdem besorgen an verschiedenen Punkten der Stadt 36 konfessionelle Lehrer den Elementarunterricht. Einer der charakteristischen Züge in der neueren Cultureutwicklung von Szatmär-Nemeti ist es, daß die Stadt ihre Patronatsrechte und -Pflichten gegenüber den Kirchen und Elementar- schulen in einer Weise wahrnimmt, wie dies kaum irgendwo sonst zu sehen, und darin gleichen sich die früheren konfessionellen Gegensätze aus. Es ist nämlich die Stadt, die jeden coufessionellen Lehrer besoldet, die Pfarre erhält und die Priester aller Glaubens- bekenntnisse bezahlt. Den Lehranstalten gesellt sich eine ganze Reihe von Hnmanitätsinstituten bei. Ein allgemeines städtisches Krankenhaus mit hundert, ein Hospital der Barmherzigen mit vierzig Betten, ein römisch-katholisches Armen- und Krankenhans. Neben den Bibliotheken, die den Lehranstalten beigegeben sind, hat Bischof Schlauch den Grund zu einer bischöflichen Bibliothek gelegt, welche mehrere Seltenheiten der ungarischen Bibliographie enthält. Szatmär-Nimeti ist ferner Sitz des im Jahre 1885 gegründeten und über das ganze Szatmärer Eomitat ausgebreiteten Szöchenyi-Vereins, der sich durch die vom Comitat angenommene kreuzerweise Selbstbesteuerung erhält. Das Grundprincip seiner Thätigkeit ist die Stärkung der nationalen Cultur im Szatmärer Comitat. Praktisch bekundet sich dieselbe durch die Erhaltung vou Kinderasylen auf den Dörfern und von Wander- bibliotheken, wodurch bisher schon schöne Resultate erzielt sind. Außerdem ist Szatmär L4-
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Volume 9
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (2)
Volume
9
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1891
Language
German
License
PD
Size
15.56 x 21.98 cm
Pages
682
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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