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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Volume 10
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314 Mittel, um seinen Weg unter allen Umständen nnd ohne Beforgniß oder Zeitverlust zu finden, er war jetzt auch in der Lage, drohenden Gefahren auszuweichen nnd sein Schiff selbst hatte an innerer Tüchtigkeit und an Manövrirfähigkeit gewonnen. Schon aber brachte der Fortschritt menschlicher Erkenntniß eine andere Erscheinung zn Tage, welche deu größten Umschwung im Seewesen hervorrief. Der Dampf trat als bewegende Kraft an Stelle des Windes. Die stolzen Segelschiffe mit ihren hohen, leinwand bedeckten Masten, mit ihren scharfgeschnittenen Linien waren ein schöner Anblick, wenn sie auf leicht bewegter See bei günstiger Brise mit vollen Segeln lantlos dahin glitteil. Das Herz des echten Seemanns schlug höher bei solchem Anblick. Nun kamen die schnaubenden, Rauchwolken verbreitenden Dampfer, denen meist die belebende Staffage der Segel fehlte, nnd deren Formen auch an Schönheit der Linien hinter den Segelschiffen zurück- blieben, und machten diesen den Rang mit Erfolg streitig. Der Kampf zwischen Segel und Dampf war, sobald die Dampsschiffe einmal über die Versuchsstadien hinausgelaugt waren, in einer Richtung bald entschieden. Man erkannte, daß der ganze Post- und Passagierverkehr, dann der Dienst auf regelmäßig betriebenen Linien ebenso den Dampfern ausschließlich vorbehalten sei wie jede sonstige Leistung, welche ein gewisses Maß stetiger Schnelligkeit erheischt. Ob aber auf allen anderen Verkehrsgebieten der Dampf das Segel ganz verdrängen werde, diese Frage blieb eine offene und ist auch heute uicht entschieden. In Österreich wnrde man schon frühzeitig auf die Bedeutung der Dampfschiffahrt sür regelmäßige Verbindungen ausmerksam und erblickte in der Pflege solcher Verbindungen ein wichtiges Mittel der commercielleu Eutwickluug. Dieser Erwägung verdankt die bedeutendste Institution unserer Handelsmarine, der Lloyd, seine Entstehung. Man empfand schon im Anfang der Dreißiger-Jahre zu Trieft den Mangel rascherer Verbindungen. Die Post mußte durch Segelschiffe befördert werden, welche von der k. k. Kriegsmarine beigestellt wurden; natürlich hatte dies Verzögerungen zur Folge und der Kausmann empfand oftmals recht bitter den Mangel eines raschen Nachrichtendienstes. Geschäftliche Reisen waren wegen des großen Zeitaufwandes sehr erschwert. Aber auch manche Waarensendnng drängte zur Beschleunigung. Unter diesen Verhältnissen litt der Handel und man begann zu fürchten, daß man den starken Concnrrenten des Auslandes kaum die Spitze werde bieten könuen. Mau war auf Abhilfe bedacht und der damals als Kaufmann in Trieft etablirte Karl Brück, nachheriger Handels- und Finanzminister, ein Mann von genialen Ideen und weitem Blick, faßte zuerst den Gedanken der Gründung einer Gesellschaft zum Betriebe regelmäßiger Dampferlinien. Der Gedanke fand Anklang iin Kreise rühriger Männer und mit Energie wurde die Ausführung in die Hand genommen. Auch die Regierung widmete dieser Sache, in voller Erkenntniß der Wichtigkeit, ihre Aufmerksamkeit. Im Jahre 1836 wurde die neue Dampfschiffahrts-Gesellschaft „Lloyd"
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Volume 10
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Das Küstenland
Volume
10
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1891
Language
German
License
PD
Size
15.63 x 22.44 cm
Pages
390
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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