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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Volume 10
Page - 316 -
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Page - 316 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Volume 10

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316 ist. War doch der Lloyd lange Zeit hindurch das einzige große Dampferunternehmen in der Levante. Dort genoß er allseitiges Vertrauen, — sein Dienst war sicher, seine Schiffe waren tüchtig und ihre Führung war eine bewährte. In den fernsten Punkten der Levante kannte man durch den Lloyd die Flagge der Monarchie und betrachtete sie mit Sympathie. Die Agenten des Lloyd wurden allwärts zu wichtigen Persönlichkeiten in der Geschäftswelt und gewannen erheblichen Einfluß. Die Flotte des Lloyd entwickelte sich rasch. Schon zehn Jahre nach der Gründung besaß das Unternehmen 20 Dampfer und nach abermals zehn Jahren — 1856 — bereits 61 mit einem Gehalt von 28.000 Tonnen. Seither stieg die Zahl der Dampfer auf 86 als Maximum, dagegen hat sich der Tonnengehalt nahezu vervierfacht. Mit der Regierung trat der Lloyd seit demJahre 1855 in ein wiederholt erneuertes Vertragsverhältniß, wonach die Gesellschaft gegen einen in den einzelnen Stadien dieses Verhältnisses verschieden bemessenen Staatsbeitrag zur Erhaltung regelmäßiger Fahrten auf einer Reihe bestimmter Linien in der Adria und in der Levante und zur Versehung des Postdienstes auf diesen Linien verpflichtet war. Dieses Vertragsverhältniß gewährte dem Lloyd eine feste Grund- lage durch die stets auf eine Reihe von Jahren gesicherte Subvention und hob sein Ansehen; es stellte aber auch den commerciellen Bestrebungen der Monarchie feste und verläßliche Seeverbindungeu zur Verfügung. Während durch den Lloyd die Dampfschiffahrt in unserer Handelsmarine eingeführt wurde, hielt die private Rhederei an der Segelschiffahrt fest, da noch lange Zeit nach Gründung des Lloyd die nationalen Segelschiffe ausreichende Beschäftigung fanden und daher der Antrieb zu einer Änderung mangelte. Diese Verhältnisse haben sich erst in späterer Zeit anders gestaltet, und zwar durch das Zusammenwirken verschiedener Umstände. Die Erbauung zahlreicher Eisenbahnen wirkte auf die Seeverbindungen vielfach fördernd, vielfach aber ablenkend ein; die Bedeutung der Hasenplätze änderte sich nicht selten durch das neue Verkehrsmittel, neue Routen traten in den Vordergrund. Der verbesserte Land- verkehr wirkte auch auf die Cousumtiouskraft der Bevölkerung zurück. Es mehrten sich die Bedürfnisse, aber damit mich die Quellen, aus denen sie Deckung finden konnten. Die wunderbaren Eorrespondenzmittel, insbesondere der Telegraph, beschleunigten den Verkehr. Man baute, namentlich in England, massenhaft Dampfer, welche nicht nur die Zahl der regelmäßigen Linien vermehrten, sondern auch im gewöhnlichen freien Mercantildienst vielfach die Rolle übernahmen, welche bisher von den Segelschiffen allein versehen worden war. Da begann denn ein harter Wettkampf zwischen Dampf und Segel, ein Wettkampf, welcher noch durch ein anderes Ereigniß beeinflußt wurde, durch die Eröffnung des Suez- Kanals. Dieser Kanal (1869) bewirkte eine völlige Umwälzung des Verkehrs mit Ostasien, weil er, wie auch das Rothe Meer, mit Vortheil und Sicherheit nur von Dampfern
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Volume 10
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Das Küstenland
Volume
10
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1891
Language
German
License
PD
Size
15.63 x 22.44 cm
Pages
390
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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