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ausländischer Seeversicherungs-Gesellschaften, endlich auch der für die Classificirung der
Seetauglichkeit der Schiffe bestehende »Veritak ^ustro-Dn^nriea«. Auch die k. uud k. See-
behörde, das Handels- und Seegericht, die Handels- nnd Gewerbekammer, die Börse-
direetion mit dem Schiedsrichteramt, das Gremium der beeideten Mäkler sind zumeist
dem Handel und Verkehr dieueude Behörde» und Institutionen, an die sich die Fiuauz-
uud Hauptzollamts-, die Post- und Telegrapheudirectiou, das Salzverschleiß- uud das
Münzamt reihen.
Der Waarentransport von den Ufern und den Bahnen in die Stadt und umgekehrt
erfolgt iu den Fällen, wo keine directe Aus- und Einladung vom Schiff iu deu Waggons
stattfindet, auf mit Ochsen oder Pferden bespannten Streifwagen. Hervorzuheben ist noch
das Speditionsgeschäft wegen der Großartigkeit seines Betriebes. Einzelne Speditions-
hänser beschäftigen ein sehr zahlreiches Personale, besitzen eigene weite Magazine, unter-
halten ständige Filialen im In- und Ausland, übernehmen Vertretungen auswärtiger
Firmen und besorgen mit großem Erfolg einen ausgedehnten Transitohandel.
Neben dem Großhandel besteht auch ein lebhafter Detailhandel in Colonialwaaren,
Gewürzen, Mannfactnrartikeln, Kurzwaaren, Glas-, Lederwaaren, Metallen n. f. w. Der
Fischmarkt (die Halle) weist zu Zeiten die auserlesensten Seefische, Muscheln und Schal-
thiere auf uud ist der Ausgangspunkt eiues gegenwärtig durch eineu Verein patriotischer
Mänuer in seinen Bestrebungen geförderten Exporthandels nach dem Inland.
Wenngleich Trieft durch den der Bevölkerung inuewohueudeu commereielleu Geist
uud durch seine geographische Lage, die wenigen benützbaren Landflächen, den Mangel an
natürlichen Wasserkräften, die geringfügige Landwirthfchaft, die theueren Wohnungen und
die uicht billige» Lebensmittel, das dünnbevölkerte, an Arbeitskräften nnd Cousumtivus-
fähigkeit arme Hinterlaud, den besseren Lohn der im Handel beschäftigten Arbeiter n. f. f.
kein für die industrielle Arbeit besonders günstiger Boden ist, so habeil sich nichts-
destoweniger einige Industriezweige zu anerkannter Höhe emporgehoben, unter welchen,
entsprechend dem Charakter Triests als Hafenstadt, der Schiffbau der wichtigste ist.
Allerdings muß hier der bedauerliche» Thatsache Ausdruck gegeben werden, daß
die österreichisch-ungarische Marine in mcmcher Rücksicht stagnirt. Der jetzige Sta»d der
österreichisch-uugarischeu Handelsmarine von 10.022 Schiffen zeigt, in Bezug auf die
Schiffszahl, eine Zunahme; der Tonnengehalt von 257.191 Tonnen, die Bemannung von
29.202 Köpfen, die Pferdekraft als Motor mit 26.248 Pferdekräften aber weisen mit
Ausnahme der Pferdekräfte, welche sich um 900 vermehrt haben, von Jahr zu Jahr eine
beharrlich auftretende Verminderung auf. Da in der ausgewiesene» Schiffszahl auch Fischer-
uud Lichterbarken inbegriffen sind, so stellt sich heraus, daß die kleineren Schisse sich
mehren, die für die Bewerthnng der maritimen Entwicklung maßgebenden Factoren,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Das Küstenland, Volume 10
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Das Küstenland
- Volume
- 10
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.63 x 22.44 cm
- Pages
- 390
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch