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gerade diese Fische viel von ihrem Wohlgeschmack und verderben schließlich oft ganz. Die
Steinbutte wird mit einem besonderen eiumaschigeu laugen Zugnetz, der „Rombrera"
gefischt uud gehört zu deu besten und gesuchtesten Fischen des Marktes.
Eine weitere Gruppe von Standfischen besteht ans den verschiedenen Arten der
Meerbrassen oder Spariden im allgemeineren Sinn. Sie zeichnen sich alle durch wohl-
beschuppten Körper, Flossen mit Stachelstrahlen nnd die Bewaffnung der Kiefern mit Faug-
nnd Schneidezähnen uud rundlichen Pflaster- oder Mahlzähnen aus. Die Zahnbrasse, die
eine bedeutende Größe erlangt, sowie die Goldbrasse sind zu den Edelfischen zu zählen. Die
eben genannten Standfische werden das gauze Jahr hindurch gefischt, und zwar meistens
mit Zugnetzen. Vielfach wird der Fang der Seebrassen und Rothbrassen außer mit der
Angelleine auch mit dem Fischspeer, italieuisch k'ioeina. von kleinen, slachbodigen Booten,
italienisch Lanckali, ^oppoli, aus geübt. Die gewiß uralte Fischerei mit der Fischgabel
findet namentlich bei Nacht statt, wobei der Fisch durch Feuerschein angelockt und geblendet
wird. Mit der k'ioeina wird zu zweien gefischt; indem der eine langsam das Boot fort-
rudert, erspäht der andere Fischer mit scharfem Auge den Fisch am Grunde und stößt
mit starkem Arm den Speer auf ihn hinab.
Für den Fang der merkwürdigen langschnäbeligen Hornhechte, italienisch ^.nxusi-
Fvli skelcme aous), die auch nicht weit von den Küsten wohnen, wird an einigen Orten in
Jstrien ein eigenthümlicher Angelapparat angewendet. Ein kleines Schiffchen aus Holz
geschnitzt oder auch nur eine Planke mit einem kleinen Segel versehen, ähnlich einem
Knabenspielzeng, läßt man vor dem Winde vom Ufer in die See hinausfahren und eine
lange Leine entwickeln, die eine Reihe geköderter Angelschnüre trägt.
Die Lippfische „Labriden", italienisch I^ibe, buntgefärbte hübsche Fische, halten sich
meist ganz nahe dem Ufer in den Algen-Seegraswiefen auf. Diese Fische sind es namentlich
neben einigen Seebrassenarten, den Aalen, Tintenfischen ?c,, für welche die Fischreusen,
italienisch ^nsse. gesetzt werden. Zu diesem Zweck wird der Eingang in die Rense mit
grünen Zweigen der Eiche oder Olive dicht besetzt und als Köder todte Fische und
Crnstaceen, zuweilen auch uur die Schulpe des Tintenfisches hineingelegt. Von diesen an
2 Meter langen Fischreusen aus Weidengeflecht koppelt man eine Reihe mit einer Leine
aneinander, beschwert jede mit Steinen und senkt sie ans den Grund hinab. Zur Heraus-
nahme des Fanges werden sie dann in einigen Tagen wieder aufgezogen und es wird so
lange damit fortgefahren, als der Köder und die grüne Bekleidung derselben noch
Fische anzieht.
Unter den vielen Arten von Standfischen, die das Meer unserer Küsten beleben, sei
anch noch der kleinen Grnndeln, italienisch Kuatti, und der Ährenfische, italienisch <Züai
und gedacht. Die Meergrundeln, Fische ähnlich unserem Süßwasserkanlkops
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Das Küstenland, Volume 10
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Das Küstenland
- Volume
- 10
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.63 x 22.44 cm
- Pages
- 390
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch