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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Volume 10
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37«) Der Ackerboden ist in Jstrien außerordentlich zerstückelt. Für die ganze Provinz beträgt der Durchschnitt weniger als '/? Hektar. Dies gilt auch von dem Boden Jstriens überhaupt. Die Durchschnittsziffer ist uicht größer als 15 Hektar per Besitzer. Überdies zerfallen die Besitzungen in eine sehr große Zahl kleiner Parcellen, welche oft sehr weit von einander entfernt und in verschiedenen Gemeindegebieten gelegen sind. Die durch- schnittliche Ausdehnung einer Katastralparcelle ist nicht größer als '/z Hektar; ihre Anzahl beträgt 1,476.085 und sie gehören 138.820 Eigenthümern. In den Districteu, wo der Gemüsebau, die Reben- und Olivencultur intensiv betrieben werden, wird nicht selten der Boden von bezahlten Taglöhnern bearbeitet; im Allgemeinen jedoch herrscht das System vor, nach welchem der Arbeiter einen bestimmten Theil des Ertrages erhält. Der Grund liegt in dem großen Mangel an Arbeitskräften, welche den Anforderungen einer einigermaßen intensiven Landwirthschaft nicht entsprechen. Besondere Bedeutung für das Land hat der Weinbau. Von der herrlichen Meeres- küste, wo die Rebe neben der Agave, der Korkeiche, dem Mastix- und Lorbeerbaum wächst, bis zum Fuß der rauhen Bergjoche des Bena nnd des Caldera, wo der Ölbanin noch gedeiht und Früchte trägt, ist die ganze Thalsohle und das Küstengebiet Jstriens in aus- gezeichneter Weise für den Weinbau geeignet, welcher überdies noch in ansehnlichem Umfang auf den quaruerifchen Inseln betrieben wird. Die Methoden, die Reben zu pflanzen, zu ziehen, zu beschneiden und zu stützen, weisen eine große Mannigfaltigkeit auf. Während auf den Inseln des Qnarnero und hauptsächlich auf der saudigeu Insel Sansego die Rebe nicht gestützt wird, sondern in der bereits von Colnmella beschriebenen Weise am Boden hinkriecht, und während Pirano, Buie, Grisiguana an der Küste, Pedena, Gallignaua und Znmesco im Innern noch die lateinische Rebe mit ihrem kurzen Stock am dürren Psahl oder an dem spanischen Rohr s^iunclo ckonax) bewahrt haben, sieht man in Parenzo, Orsera, Visignano und San Lorenzo del Pasenatico weite Strecken mit Reben- reihen bepflanzt, welche gruppenweise an Pfähle gebunden sind. In anderen Gegenden, besonders im Süden und im Innern ist noch Bergils sich hinaufwindender Weinstock, „der mit dem Ahoru vermählt ist", erhalten. Zu diesen Hauptarten des Weinbaues kommen hier und da noch andere: so die um das Laub des stützenden Ahorns im Kreise gezogene Rebe, die Weinlaube, das Rebenspalier, die Behandlung nach rheinischem Brauche, das Ziehen an Schnüren und Ähnliches; die letztern Arten sind erst in neuester Zeit eingeführt worden und noch immer im Versuchsstadium. Nicht minder groß ist die Mannigfaltigkeit der Rebenarten. Als eine der ältesten, die vielleicht schon vor der römischen Eroberung vorhanden war, ist der Trebbianer zn erwähnen, dessen Abarten anderswo unter dem Namen Trebbiano della fiamma (bei Forli)
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Volume 10
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Das Küstenland
Volume
10
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1891
Language
German
License
PD
Size
15.63 x 22.44 cm
Pages
390
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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