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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Volume 12
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290 Liebe", 1807) wurde vom ungarischen Publikum mit Entzücken aufgenommen, überall gelesen uud gesungen, nnd die junge Generation knüpfte ihre Träumereien über die Liebe au den Wohlklang dieser Gesänge. Alexander Kissalndy wurde nicht nur durch Talent und Beruf, sondern auch durch sein bewegtes Leben und seine Bildung auf das lyrische Gebiet verwiesen und diese Umstände machten ihn unerschöpflich in der lebendigen und stimmungsvollen Darstellung des abwechslungsreichen Wogenspiels der Liebe. Er ergriff die Leier unter dem Einfluß der Sonette Petrarcas und entlehnte seinem Meister Ideen und Bilder, allein er sang doch immer den Aufruhr seines eigenen Herzens in einer außerordentlich reichhaltigen Bilderreihe, die nicht weniger als vierhundert Lieder enthält. Himfy (das heißt Kissalndy) erblickt Lisa und liebt, sie jedoch erwiedert das Gefühl des Dichters nicht. Diese Hartherzigkeit der Geliebten macht den harmvollen Dichter zum unsteten Weltfahrer, der das Stürmen seines Herzens durch das Getöse der Schlachten übertäuben will. Seine Pein steigert sich jedoch und die Ruhe will nicht einziehen in sein Herz. Schon denkt er sogar an den Tod, da spendet ihm seine Liebe einen Schimmer von Hoffnung und rettet ihn von diesem selbstquälerischen Gedanken. Als der Krieg zu Ende ist, verläßt der Dichter Italien und entschließt sich, Lisa noch einmal aufzusuchen. Neue Enttäuschung: Lisa liebt einen Anderen und dieses Bewußtsein nagt an seinem Herzen. Zuletzt stellt sich das Mißverständniß heraus; sie hat den Dichter stets geliebt, er führt sie nun zum Altar und gründet mit ihr auf seinem Dorfe das glücklichste Familienleben. Der erste Theil ist dem zweiten unstreitig weit überlegen. Dort ist alles glänzende Phantasie, unerschöpfliche, tiefe Leidenschaft und hinreißende Glut; hier tritt oft beschauliche Speenlation an die Stelle der Empfindungen. Die flackernde Flamme seiner Leidenschaft sprengt beinahe die von ihm geschaffene Form der zwölfzeiligen Himfy- Strophe, deren vom Anfang bis zum Ende der langen Strophenreihe unveränderliche Rhythmik und Gebundenheit den Strom der Gefühle und das Wirken der überaus reichen Einbildungskraft zu hindern scheint. In seinen Sagen, deren einige („Esobänez", „Tätika", „Somlö", „Dobozi Mihaly" und andere) den größten Beifall der Leser fanden, blieb er hinsichtlich der Stoffe und Motive ziemlich eintönig und eng umschrieben. Dabei ist es aber unleugbar, daß die starke nationale Tendenz, der romantische Inhalt, die elegische Stimmung und äußere Form dieser Sagen die zu Anfang des Jahrhunderts herrschende politische und sociale Stimmung des Landes wiederspiegeln. „Er singt die Gefühle des urwüchsigen, in seiner Treue knorrigen Magyaren, welche aus dem privaten wie aus dem öffentlichen Leben ent- schwunden sind, aber es thut ihm wohl, daß er sie noch fühlt und einige verwandte Herzen finden kaun."
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Volume 12
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (3)
Volume
12
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1893
Language
German
License
PD
Size
15.49 x 21.91 cm
Pages
626
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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