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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Volume 13
Page - 550 -
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Page - 550 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Volume 13

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550 Weines von Tramm. Im XVI. Jahrhundert hatten besonders die Weine von Tramm, Gries, Laim, Kronmetz, Trient und Jsera einen weiten guten Ruf. In neuerer Zeit ist sowohl von einzelnen hervorragenden Männern — es sei da namentlich des Erzherzogs Johann gedacht — als von Vereinen und vom Lande viel zur Hebung des Tiroler Weinbaues geschehen. An einzelnen weniger günstigen hochgelegenen Punkten, wie zum Beispiel im Gebiete von Klausen und im Vintschgan, hat derselbe wohl an Ausdehnung verloren und mußte vielfach dem Obst- und Feldbau weichen; dagegen hat die Weincultur im Etschthal besonders im italienischsprachigen Landestheile ganz außer- ordentlich an Ausdehnung und Intensität gewonnen, was vor Allem mit dem Zurückgehen der Seidenzucht infolge der in den Fünfziger- nnd Sechziger-Jahren verheerend anfgetretenen Raupenkrankheit zusammenhängt, welche die Grundbesitzer zwang, durch eifrigere Cultur der Rebe den Ausfall in den Einnahmen der Seidenzucht zu decken. Im Ganzen beträgt die dem Weinbau in Tirol und Vorarlberg gewidmete Fläche 17.083 Hektar, wovon 244 Hektar auf Vorarlberg, 6.139 Hektar auf Deutschtirol und 10.700 Hektar auf deu italienisch sprechenden Landestheil entfallen. Hierbei ist zu bemerken, daß in Südtirol vielfach, namentlich in der Thalebene, gemischte Cultur herrscht, bei welcher die einzelnen Rebreihen durch mehr oder weniger breite Feld- oder Wiesenstreifen von einander getrennt sind. Namentlich herrscht die gemischte Cultur in Wälschtirol vor und entfallen dort zum Beispiel von den ausgewiesenen 10.700 Hektar Rebland 6.436 Hektar auf Weingärten, die zwar als solche bei der letzten Gruudsteuerregulirung eingeschätzt wurden, aber größten- theils auch noch Feld- und Baumculturen umfassen. Die durchschnittliche Weinernte Tirols beträgt nach den amtlichen Angaben, die wohl eher etwas zu niedrig als zu hoch gegriffen sein dürften, rund 380.000 Hektoliter. Vorarlberg erzeugt nur etwa 4.500 Hektoliter. In den einzelnen Jahren ergeben sich aber bedeutende Schwankungen und kann das gesammte Weinerträgniß Tirols wohl in manchen Jahren auf 600.000Hektoliter steigen, um in argen Fehljahren auf 150.000Hekto- liter zu sinken. Obgleich die Rebe zweifellos ebenso in dem von deutscher, wie in dem von italienischer Bevölkerung bewohuteu Theil des Landes vom Süden aus, von Italien, von den Römern verpflanzt wurde (woraus auch die vielen Bezeichnungen romanischen Ursprungs im Weinbau hindeuten), so unterscheidet sich doch der Weinbau in diesen beiden Gebieten ganz wesentlich, sowohl was die vorherrschenden Rebsorten, als die Art der Cultur und selbst die Weinbehandlung betrifft. Während die Gebiete von Bozen und Meran mehr lichtrothe, angenehm blumige, leichte Tischweine erzeugen, herrschen im Gebiet von Trient und Rovereto duuklere, kräftige, den Prodncten des angrenzenden Italiens ähnliche Weine vor.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Volume 13
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Tirol und Vorarlberg
Volume
13
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1893
Language
German
License
PD
Size
16.12 x 23.1 cm
Pages
624
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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