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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14
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Page - 260 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14

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260 Bewohnern seines Erblandes sein Ansehen im Deutschen Reich mindern könnte; er entschloß sich daher, den Landrechtsentwnrf, Lnrolinn genannt, zurückzunehmen (0. Oktober 1355). Mehr Glück hatte Karl im Deutschen Reich, dem er in den 1356 zu Nürnberg und Metz erlassenen Reichssatzungen das erste größere Versass»» gsgesetz gegeben hat, welches den Rechtssatz vou der Entscheidung der deutschen Königswahl durch die Mehrheit der eudgiltig festgestellten Knrstimmen aussprach und den alten verderblichen Grundsatz, daß nnr die einmüthige Wahl rechtmäßig sei, beseitigte. Die Vorrechte, welche dieses Ver- fassungsgesetz den Kurfürstenthümern einräumte, kamen auch Böhmen zugute. Selbst im äußersten Westen, in dem dem Kaiserreich am meisten entfremdeten Königreich Arelat brachte Karl seine lehensherrlichen Rechte in Erinnerung; im Jahre 1365 ließ er sich die arelatische Krone als fünfte und letzte anfs Haupt setzen, die seit 200 Jahren kein Kaiser getragen. Meisterhaft hat Karl ferner die beständigen offenen und versteckten Feindselig- leiten des Tyrannen von Mailand, Barnabas Visconti, gegen den Kirchenstaat benützt, nm die bei ihm Hilfe suchenden Päpste in Abhängigkeit vou seinem gnten Willen zu erhalten. Auf seinem zweiten Zug uach Italien (1368 bis 1369) hütete er sich, dem Papst zuliebe den Visconti zu demüthigen. Die größten Erfolge hat Karl in Bezug aus die Erweiterung feiner Hausmacht errungen, uud zwar meist ohne Anwendung von Waffengewalt durch diplomatische Unter- handlungen, Heiraten, Erbverträge u. s. w. Schon im Jahre 1353 ließ er sich von den Rheinpfalzgrafen für eine Schuldforderung zahlreiche Städte und Besten in dem an Böhmen grenzenden Theile Baierus abtreten, so daß Böhmen seitdem bis an das Weich- bild von Nürnberg und an jenes von Regensburg heranreichte. Durch die Vermälnng mit seiner dritten Gemaliu Anna, der Erbin der noch unabhängigen Herzogthümer Schweidnitz und Jauer (1353), wurde die Erwerbung derselbe» vorbereitet, «ach dem Tode Herzog Bolko's (1368) erbte sie Karls und Anna's Sohn Wenzel (geboren 1361). 1367 erwarb Karl die Mark Lausitz durch Kauf und 1373 zwang er den Kurfürsten Otto, die Mark Brandenburg gegeu Entschädigung von 500.000 Goldgulden abzutreteu. Endlich erwarb Karl während seiner ganzen Regierung einzelne Besten nnd Ortschaften in der Mark Meißen sowie in Franken und Schwaben zu eigeu oder bewog dereu Besitzer, ihm dieselben als Lehen der böhmischen Krone aufzutragen. Seine politischen Errungenschaften beschloß Karl, indem er seinem zweiten Sohn Sicgmuud (geboren 1368) dnrch die Verlobung mit Maria, der Erbtochter König Ludwigs vou Ungarn und Polen, im Jahre 1374 die Anwartschaft auf diese beiden Königreiche verschaffte uud zwei Jahre später (1376) die Wahl seines ältesten Sohncs Wenzel zum römische» König durchsetzte.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Volume 14
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Böhmen (1)
Volume
14
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1894
Language
German
License
PD
Size
15.78 x 21.93 cm
Pages
634
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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