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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14
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Page - 284 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14

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284 kamen wohl zustande, aber von Matthias' Versprechungen wurde keine einzige erfüllt. Man trat an Georg mit Forderungen heran, die er ganz uud gar nicht annehmen konnte. So ging der Congreß ohne Resultat auseinander. Aber nicht genug daran: Georg hatte kaum Olmütz verlassen, so ließ sich Matthias — 3. Mai — feierlich als böhmischer König proclamireu und hierauf von allen seinen Anhängern huldigen. König Georg kam erst jetzt durch großen Schaden gewitzigt zur Einsicht, daß ihm diplomatische Knust zu keinen Erfolgen verhelfen werde, und er entschloß sich zu sehr energischen Maßregeln. Vor allem andern und um zum weiteren Kampfe Bundesgenossen zu finden, entsagte er seinem Herzenswunsche, den böhmischen Thron seinen Nachkommen hinterlassen zu können. Mit Einwilligung des böhmischen Landtages legte er dem König von Polen Kazimir einen Antrag vor, wornach dessen erstgeborner Sohn Wladislaw ihm in Böhmen nachfolgen sollte. Dieses Angebot wurde in Polen mit großer Freude angenommen. Während dessen begann Georg den Krieg mit großem Nachdruck auf alle» Seiten, namentlich in Mähren und Schlesien, und führte ihn überall mit Glück. König Matthias wandte sich rasch nach Ungarn, um dort ein neues Heer zu werben; mit diesem eilte er erst im Januar 1470 wieder nach Mähren zurück, und es gelang ihm bei einem neuerlichen Einfall in Böhmen bis gegen Kolin und Kattenberg vorzudringen. Solange das ungarische Heer keinen Feind vor sich hatte und Dörfer und Marktflecken eiuäscheru konnte, ging Alles gut, sobald aber ein böhmisches Heer aufgebracht wurde und die Ein wohner anfingen in dem Eisengebirge Verhaue zu machen, da mußte sich Matthias zu raschem Rückzug entschließen, welcher zeitweilig einer planlosen Flucht nicht unähnlich und mit großen Verlusten verbunden war. Der ungarische König kehrte darnach, nach> dem er in Mähren Besatzungen zurückgelassen hatte, in sein Königreich zurück. König Georg litt viel, aber er blieb unbesiegt. Ja seine wüthendsten Gegner, die Breslauer, hatten schon Matthias' Herrschaft sattbekommen und sannen nach, wie der Friede zu vermitteln wäre. Und endlich erbot sich auch König Matthias, dem von Seiten des Kaisers Friedrich III. Feindschaft drohte, zu Friedensverhandlungen. Zu ihnen neigten auch viele deutsche Fürsten hin, welche beim päpstlichen Stuhl für König Georg ihr Wort einlegten. Papst Paul II. sah, daß der Kampf ohne sonderliche Erfolge schon einige Jahre sich hinschleppe, und war endlich auch zum Frieden geneigt. Schon wurde von Rom ein Legat abgeordnet, um in dieser Richtung zu verhandeln, als König Georg am 22. März 1471 nach längerer Krankheit an Wassersucht starb. Sehr treffend charakterisirt Alphons Huber diesen schicksalsschweren Tod mit den Worten: „Daß er aus dem Leben abberufen wurde, war das größte Unglück, das Böhmen unter den damaligen Verhältnissen treffen konnte". Die böhmischen Stände wählten gemäß den früher eingegangenen Vereinbarungen nach dem Tode Georgs auf einem zu Kattenberg abgehaltenen Landtag (27. Mai 1471)
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Volume 14
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Böhmen (1)
Volume
14
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1894
Language
German
License
PD
Size
15.78 x 21.93 cm
Pages
634
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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