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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14
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Page - 298 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14

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298 eines Appellationsgerichtes in Prag, an welches die Berufungen von den städtischen Gerichten nun zu richten waren, während man sich bisher mit solchen Berufungen an die Stadtgerichte in Prag oder Leitmeritz, mitunter sogar auch au auswärtige, und zwar protestantische Gerichtshöfe gewendet hatte. In religiöser Beziehung änderte sich Ferdinands Haltung nach dem Siege insoferne, als er wenigstens die ihm besonders verhaßten Brüdergemeinden, welche auch an der Auflehnung großen Antheil genommen hatten, nun nachdrücklicher als früher verfolgte. Bekannt ist besonders die lange und harte Kerkerhaft, welche damals über das Oberhaupt der Brüder, Johann Angusta, verhängt wurde. Die Brüder gänzlich zn vernichten, gelang freilich Ferdinand nicht. Wichtig war auch, daß Ferdinand die Ernennung der Mitglieder des utraquiftischen Konsistoriums den Ständen entzog und die Mitglieder von da an selbst ernannte. Er erreichte damit, daß dieses Consistorium sich immer mehr dem Katholicismus zuneigte, bewirkte aber auch, daß es bei den Utraqnisten selbst, namentlich jenen, die dem Lutherthum zugethan waren, fast alles Ansehen verlor. Gegen Ende seines Lebens setzte Ferdinand, der im Jahre 1556 auch deutscher Kaiser geworden war und sich den böhmischen Angelegenheiten nun weniger als früher widmen konnte, seinen gleichnamigen Sohn Erzherzog Ferdinand als Statthalter in Böhmen ein. In Böhmen spielte auch ein großer Theil des Liebesromans, durch welchen dieser Erzherzog so allgemein bekannt ist; die schöne Philippine Welser wohnte nämlich zehn Jahre als Gast bei ihrer Tante Katharina von Loksan auf Schloß Breznitz, und dieses Schloß war daher auch der Schauplatz der heimlichen Zusammenkünfte des Erz- herzogs mit der schönen Angsbnrgerin, bis endlich im Jahre 1557 der Segen des Priesters das junge Paar für immer vereinte und etwas später auch Kaiser Ferdinand seine Zustimmung zu dem Ehebunde gab. Erzherzog Ferdinand war übrigens streng katholisch und wirkte daher in religiöser Hinsicht ganz im Sinne seines Vaters. Den Kunstsinn, den er später als Regent von Tirol bethätigte, zeigte er auch schon als Statthalter von Böhmen, was namentlich das von ihm erbaute Lustschloß „Stern" bei Prag beweist. Im Jahre 1564 starb Kaiser Ferdinand nach langer ruhmvoller und vielfach auch erfolgreicher Regierung. Seine Leiche wurde nach Prag gebracht und an der Seite seiner schon im Jahre 1547 verstorbenen Gemalin Anna im Veitsdom beigesetzt. Sie ruht daselbst noch jetzt, und zwar unter einem prächtigen Marmorgrabmal, das die Gestalten des Kaisers, seiner Gemalin nnd seines Sohnes und Nachfolgers Maximilian II. zeigt. Der Thronbesteigung Maximilians II. wurde bekanntlich in allen von ihm beherrschten Ländern mit großer Spannung entgegengesehen, weil er in dem Rufe stand, heimlich Protestant zu sein. Auch die Protestanten in Böhmen gaben sich aus diesem Grunde großen Hoffnungen hin, doch trat nach dem Tode Kaiser Ferdinands in den
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Volume 14
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Böhmen (1)
Volume
14
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1894
Language
German
License
PD
Size
15.78 x 21.93 cm
Pages
634
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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