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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14
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Page - 342 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14

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342 Weg, der vom Anfang an ihr gefährlichster Widersacher gewesen war, Friedrich II. von Preußen. Er hatte, zu Folge der vertragsmäßigen Übergabe der Festung Neiße Herr von ganz Schlesien, schon Ende October einzelne Truppenabtheilungen in Ostböhmen einrücke» lassen, sich am 4. November mit dem Kurfürsten von Baiern aufs neue verbündet und gegen Garantie seiner Eroberungen zugesagt, ihm zur Kaiserwürde und zum Besitze Böhmens, Ober- und Niederösterreichs, dann Tirols zu verhelfen. Als der Kurfürst sich Prags bemächtigte, rückte der König, um seinerseits von der Sachlage weiter zu prositireu und ohne sich mehr um seinen Vertrag mit Österreich zu bekümmern, in Mähren ein und besetzte fast das ganze Land, während sich seine Truppen in Ost- und Nordböhmen ausbreiteten. Aber damit und mit der Kaiserwahl Karl Ulberts von Baiern (24. Jänner 1742), wobei der Gesandte Österreichs, der zur Führung der böhmischen Knrstimme abgeschickt war, wirklich von der Antheilnahme ausgeschlossen wurde, war zunächst das Maß des Unglücks für Österreich voll. Während die österreichische Hauptarmee die Preußen beobachtete und Südböhmen festhielt, drang FM. Ludwig Andreas Graf Khevenhüller nach Oberösterreich vor und eroberte es, dann gewann er, uuterstützt von aus Italien herbeigerufenen Regimentern, fast ganz Baiern. Schon war Österreich in der Offensive; sie theilte sich endlich auch der Hauptarmee in Böhmen mit, welche Khevenhüller hatte verstärken müssen. Nun räumten die Preußen und Sachsen Mähren. Und weuu auch der geniale Führer jeuer noch einmal bei Chotusitz (17. Mai 1742), aber mit größerem eigene» Verluste als dem der Österreicher siegte, so erkannte sein Scharfblick doch, daß sich die Wagschale zu Gunsten Österreichs neige und darum brachte er durch einen raschen Friedens- schluß (11. Juni 1742) den Haupttheil seiner Eroberungen, Niederschlesien, Glatz, das nun aus der engeren Verbindung mit Böhmen gelöst wurde, und den größten Theil Oberschlesiens in Sicherheit. Seine Verbündeten überließ er ihrem Schicksal. Zwei Wochen nach dem Breslauer Frieden räumten auch die Sachsen den böhmischen Boden, da ihr Kriegsherr dem Abkommen ohne Gewinn beitrat. Die an Preußen geschehenen Gebietsabtretungen wurden hinterher von den Ständen Böhmens bestätigt und der Verzicht auf alle Rechte ausgesprochen, welche die Krone Böhmens an sie haben könne. Schon zur Zeit des sächsischen Abkommens waren die Franzosen und Baiern von den Österreichern unter schweren Verlusten aus allen ihren Stellungen verdrängt und nach Prag geworfen worden, wo sie nun, von jeder Verbindung abgeschnitten, seit Ende Juni belagert wurden. Hart bedroht ebensosehr Fon 70.000 Gegnern draußen, wie in der Stadt, iumitteu einer feindlichen Bevölkerung, die man freilich entwaffnet hatte, von Hunger hielten die Franzosen gleichwohl mit bewunderungswürdigem Muthe aus. Aber der Entsatzversuch eines französischen Heeres unter Maillebois, dem Marschall Broglie von Prag aus die Hand reichen wollte, mißlang. Doch zogen Maillebois und Broglie,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Volume 14
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Böhmen (1)
Volume
14
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1894
Language
German
License
PD
Size
15.78 x 21.93 cm
Pages
634
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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