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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14
Page - 352 -
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Page - 352 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14

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352 dem Strafgesetzbuche über Verbrechen 1787 und der verbesserten Strafproceßordnung 1788, endlich dem ersten Theile des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches (1786) wurden auch in Böhmen die bisherige Gerichtsordnung uud die alten Stadtrechte formell beseitigt und materiell in den wichtigsten Punkten ergänzt oder abgeändert. Für Sachen des Berg- baues waren am 10. Juli 1783 in Böhmen drei besondere Berggerichte, in Pribram, Joachimsthal und Kuttenberg, eingesetzt worden. Von ganz besonderer Bedeutung wurden auch für Böhmen Josefs Reformen auf kirchlichem Gebiete. Mit der Erlassung des Toleranzpatentes gewannen nicht nur die Juden, die namentlich in Prag seit Jahrhunderten einen durch Betriebsamkeit, Bildungseifer uud Besitz hervorragenden Theil der Bevölkerung bildeten, sondern auch die Reste der Protestanten, die sich trotz aller Verfolgung im Lande erhalten hatten, die Möglichkeit, sich öffentlich zu bethätigen. Die Juden, so lange Zeit geknechtet und noch vor kurzem mit der Ausweisung aus dem Lande bedroht (1744), erfreuten sich auch sonst, namentlich auf dem Gebiete des Schulwesens, vielfach der edelsinnigen Fürsorge des Kaisers, die auf den fruchtbarsten Boden fiel. Sie erlangten 1781 das Recht, sich den höheren Studien zu widmen, 1790 die Zulassung zu den akademischen Graden. Für die Protestanten Angsbnrger und helvetischen Bekenntnisses, deren Zahl sich durch Zuwanderung aus dem Reiche und die Einverleibung des Ascher Gebietes (1770 und 1771) rasch mehrte, wurden zwei Superintendentnren in Böhmen geschaffen. Dagegen versagte der Kaiser den Anhängern anderer Bekenntnisse conseqnent die Duldung. Als sich solche in den Kreisen Ostböhmens vorfanden, ja neue Secten hervortraten („Israeliten", „Abrahamiten", sonst „De'isten" genannt), wurde nach vergeblichen Versuchen, sie zum Anschluß an benachbarte evangelische Gemeinden zu bringen, ihre Abführung nach Siebenbürgen und die Anwendung strenger Strafen verfügt. Die wichtigsten Änderungen betrafen aber auch in Böhmen die katholische Kirche selbst. Seit 1777 hatte der Erzbischof von Prag seine Metropolitangewalt über das Bisthum Olmütz eingebüßt, aber darnach einen neuen Suffragan in Böhmen, den Bischof von Budweis erhalten. Im Jahre 1784 wurde dessen Diöcese im heutigen Umfang ein- gerichtet und wurden zugleich jene der Bischöfe von Leitmeritz und Köuiggrätz so vergrößert, daß das Prager Bisthum nur noch im Westen bis an die Landesgrenze reichte, wo es 1787 wieder einen Zuwachs in dem damals vom Regensburger Sprengel abgetrennten Egerlande erhielt. Auch die Kirchenfürsten Böhmens, unter denen sich Johann Leopold von Hay, Bischof von Königgrätz, als eifriger Freund der neuen Einrichtungen bewährte, während der Böhme Freiherr von Kreffel, Präsident der neu errichteten geistlichen Hof- commission in Kirchensachen, geradezu des Kaisers rechte Hand war, sahen ihre Gewalt beschränkt durch das neue Ehegesetz (16. Januar 1783), dann durch die Verfügungen Josefs
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Volume 14
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Böhmen (1)
Volume
14
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1894
Language
German
License
PD
Size
15.78 x 21.93 cm
Pages
634
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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