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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14
Page - 403 -
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Page - 403 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14

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403 Eiche ergrünen und die Quelle beim Felsen wird so wasserreich, daß sie als Gießbach hinunterströmt. Dann wird sich der Blanik aufthun und die Ritter, geführt vom heiligen Wenzel, werden in den Kampf ziehen. Und es wird ein so wüthender Kampf entbrennen, daß das Blut wie ein Strom von Strahov bis zur steinernen Karlsbrücke fließt, und in diesem Kampfe wird der heilige Wenzel alle Feinde vernichten. Nach einer Variante wird dieser schreckliche Kampf auf dem Berge Svidnik in der Umgebung von Pilgram aus- gekämpft werden. Ähnliche Sagen wie vom Blanik werden auch von dem erwähnten Berge Oskobrh, von dem waldreichen Berge Tnrov in der Umgebung von Nachod erzählt. Aus der späteren Zeit des Christenthums kennt die böhmische Sage den heiligen Wolfgang, den heiligen Adalbert, den Abt des slavischen Klosters zu Sazava, Prokop, der Teufel bändigte und vor den Pflug spannte und den deutschen Mönchen nach seinem Tode als Geist erschien. Von dem ruhmreichsten böhmischen König, Karl IV., erzählt sich das Volk, wie mit Karl die Wiege wuchs, bis sie zu einem Bett wurde (dieses befand sich auf seiner berühmten Burg Karlsteiu) uud wie dieses nach seinem Tode Niemanden auf sich ruhen ließ und Alle herabwarf. Auch die Sage von dem fabelhaften Schatze des Opatovitzer Klosters berührt hauptsächlich Karl IV. Aus den gewaltigen hnsitischen Kämpfen hat die böhmische Volkstradition am lebhaftesten das Andenken an den gewaltigsten der Kämpfer — Johann Zizka von Troenov — bewahrt. Von dem blinden Helden eircnliren im Volke verschiedene Sagen, wie er unter einer Eiche geboren wurde, wie er erblindete, wie er als Blinder den stärkeren Feind mit Gewalt und Kriegslist überwältigte, wie er die Burgen seiner Feinde niederriß und schließlich wiederum unter einer Eiche starb. Seine Kriegsthaten haben sich tief in das Gedächtniß des Volkes eingeprägt. Noch heute zeigt das Volk die Stätten, nicht blos wo Zizka geboren wurde und starb, sondern auch wo er einmal Halt machte, sein Lager aufschlug, unter einem Baume ausruhte oder wo er sein Mahl einnahm. Daher finden wir in verschiedenen Gegenden bald einen Zizkaselsen, bald einen Zizkatisch und eine Zizkalinde. Der Glaube an seine Stärke streifte schon an den Aberglauben, wie man daraus ersehen kann, daß zu der Eiche, wo er geboren ward, die Leute aus der Ferne pilgerten, um sich einen Ast oder ein Scheit aus ihrem Stamme zu einem Beil- oder Hammerstiel zu holen, weil man allgemein glaubte, daß Werkzeuge mit solchen Stielen besonders wirksame und mächtige Schläge ertheilen würden. Die Sage von der mit Zizkas Haut überzogenen Trommel, bei deren bloßem Schall schon die Kreuzfahrer und andere gegen die Böhmen ausgerüsteten Feinde davonflohen, ist dem böhmischen Volke wohlbekannt, aber wahr- scheinlich ist nicht das Volk selbst ihr Urheber, sondern sie gelangte zn ihm aus der Chronik des Aeueas Silvius und durch Häjek. 26*
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Volume 14
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Böhmen (1)
Volume
14
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1894
Language
German
License
PD
Size
15.78 x 21.93 cm
Pages
634
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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