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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14
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420 Besonders schön waren die Westen, die dunkelgrün und mit lichtgrüner oder orange- gelber Seide gestickt waren; auch bläulich-weiße, mit blauen Seidenstickereien waren nicht selten. Diese Stickereien zierten nicht blos den Vordertheil der Weste, sondern auch die Taschenlatzen und den kleinen Rockschöße! hinten. Dunkelgrüne Tuchjacken hatten ähnliche, wenn auch einfachere Stickereien. Noch heutzutage kann man in der Umgebung von Hohenmauth und Leitomischl ältere Weiber mit gefaltetem von Spitzen eingefaßten Hemdkragen, mit bauschigen, nicht ganz an den Elbogen reichenden Ärmeln sehen. Der Kragen ,vHI«Sek", hier und da auch ,o2iäli" genannt, hatte früher größere Dimensionen als jetzt. Das mannigfach gefärbte Miederleibchen (öivotek, Snerovaelca), das vorn ein Brustlatz ergänzte, wurde mit einem Damastbande geschnürt. Das aus schwarzem Tuch verfertigte Leibchen war mit grüner Seide oder wenn es aus schwarzem Sammt war, mit Gold- oder Silberfäden gestickt. Anders gefärbte Leibchen wurden auch mit anders gefärbter Seide oder Silberfäden gestickt. Es wurden auch nicht gestickte Leibchen, dann aus Damast verfertigt getragen. Die Röcke, eingefaßt mit einem seidenen mit Blumen geschmückten Bande, waren zumeist aus halbwollenem Stoff, am häufigsten grün, oder aus (Zeug), sogenannte caM)'. Reiche Bäuerinnen und Müllerinnen hatten Röcke aus schillernder Seide. Kostbare Schürzen wurden gestickt und sonst auch aus einem bunten Tuch- oder Seidenstoff verfertigt. An das Leibchen schmiegte sich gewöhnlich eine Jacke von weißer Farbe, hinten mit reichen Falten (.varkanl:^), vorn ausgeschnitten mit anliegendem, hinten in eine Spitze auslaufendem Kragen. Auch die Strümpfe, jetzt weiß oder bunt, waren in älterer Zeit gewöhnlich gestickt und die niedrigen Schuhe wurden vorn mit einer Masche geschmückt. Jetzt trägt man meist Stiefeln. Die Kranzeljnngfern flochten einDamastband in die complicirt um den Kopf geflochtenen Zöpfe, durch die sie eine Haarnadel aus versilbertem Gelbblech steckten, die am breiten schaufelförmigen Ende mit unechten Steinen geschmückt war. Braut und Krauzeljuugfern trugen auch den eine kleine Walze aus Pappe, welche die zu eiuem Schopf gedrehten Zöpfe bedeckte. Sie war mit Seidenstoff überzogen, der Boden mit einem kleinen Spiegel versehen, und Goldfäden, kleine Schuppenmünzen, Korallen und Bänder hingen daran als Zierath herab. Nach der Trauung und nach dem Hochzeitsmahl, wenn das ,espeni" au die Reihe kam, wurde diese Frisur der Braut mit einer Haube aus feinem Battist, die mit weißer Seide gestickt war, vertauscht und über die Hanbe um das Haupt die ,Sata*, die dem nordböhmischen ,vinek" oder der südböhmischen .rouSka" ähnlich war, gebunden; ihre Enden waren reich gestickt und mit schönen Spitzen, dem Prodnct einheimischer Arbeit, besetzt. Als verheiratete Frau trug sie ein kleineres und ein größeres Tuch, welches letztere — die plona — hier nicht so beliebt und nicht so ausgestattet und verbreitet war wie im Süden; noch weniger war dies der Fall im
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Volume 14
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Böhmen (1)
Volume
14
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1894
Language
German
License
PD
Size
15.78 x 21.93 cm
Pages
634
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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