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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14
Page - 576 -
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576 in Scene gegangen, den der große biblische Text, der in den Gemüthern so tiefe religiöse Wirkungen erzeugt, im vollen Maße verdient. Der grundlegende Verfasser des Höritzer Passionsspiels war ein einfacher Leinweber, Namens Paul Gröllhesl im Markte Höritz, er bearbeitete sein Spiel 1816 nach dem seinerzeit vielgelesenen Volksbuche: „Das große Leben Christi" vou P. Cochems. Vom Jahre 1816 bis 1840 wurde das Originalspiel von den Höritzer Bewohnern ohne Costüme, blos in Sonntagsgewändern, gespielt; dann wurden die Anfsührnngen, nach mehrjährigen Zwischenräumen immer wiederholt, mehr und mehr bühnenmäßig abgerundet durch einen Bühnendilettantenverein, den Wenzel Tahedl gegründet; die Richtigstellung und Ergänzung des Textes, wie er den neuesten Aufführungen zu Grunde liegt, hat Professor I. I. Amman» auf Veranlassung des deutschen Böhmerwaldbundes besorgt; ans Betreiben des Obmanns dieses Bundes, des Herrn Josef Taschek in Bndweis, folgten die weiteren Vorarbeiten zn den großen Auf- führungen des Passionsspiels im Sommer 1893; die Lieder und musikalischen Begleitungen der Handlung wurden neu vertont, ein eigenes Schauspielhans mit elektrischer Beleuchtung und für 1500 Zuschauer wurde erbaut, entsprechende Decorationen hergestellt, eine große Orgel für das Orchester aufgestellt und eine dauernde Bühnenleitung wnrde ernannt; für die Kosten sorgte der deutsche Böhmerwaldbund. So verbreitet und aus- gestattet wurde das Passionsspiel zu Höritz von den Bewohnern des Marktes würdig einstndirt und erfolgreich dargestellt. Groß war derZuzug von Einheimischen und Fremden; tief war die Nachwirkung des dargestellten biblischen Stoffes, sowohl der Bilder, die der Haupthandlung, dem Leiden und Sterben Christi, vorhergingen, wie der Haupthandlung selbst. Der deutsche Böhmerwald hat mit diesem großen gelungenen öffentlichen Spiele ein neues Interesse, eine dauernde Anziehung gewonnen und hoffentlich wird das neu- erbaute Schauspielhaus des Passionsspiels, das wir im Bilde bringen, nach regelmäßigen Zwischenräumen noch lange Zeit seine ehrwürdigen Bilder und seinen tiefergreifende» Lebens- und Leidensgang Christi zur Erscheinung bringen zur veredelnden Weisung, Stärkung und Erbauung der Gemüther! Mariencultus. Der fromme Grundzug im Charakter des Böhmerwälder Volkes tritt in zahlreichen Erscheinungen zu Tage: im Eifer des Kirchenbesuchs, in der Haus- audacht, im Aufstellen von Feldkapellen, vergoldeten Kreuzen und Steinsäulen mit Marien- bildern an Feldmarken und Straßenrändern. Selbst an den einsamsten Waldstellen findet man Christus- und Marienbilder an Baumstämmen, von Moos und Zweigen umwuchert; auch viele Unglücksstätten haben ihre Gedenktafeln mit bildlichen Darstellungen unter den Schutzgestalten Christi und Mariens. Der Mariencnltns sitzt tief im Gemüthe des Volkes und kommt in zahlreichen Andachten der Kirche, des Hauses uud bei Processionen und Wallfahrten zum Ausdruck.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Volume 14
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Böhmen (1)
Volume
14
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1894
Language
German
License
PD
Size
15.78 x 21.93 cm
Pages
634
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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