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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14
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Page - 612 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Volume 14

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612 „Tanzunterhaltung im Stadtsalon", „Ein Landbursch das erstemal im städtischen Theater", „Ein Gebirgsmann in Prag" und „Brinkes Testament". Eine besondere Stellung nimmt jedoch die Mundart westlich von Landskron eiu. Hier fehlt die Zusammenziehung des age, der wir schon im Obersächsischen begegneten und die auch im ganzen Schleichen vorkommt (soon, seen, sojn oder sejn — sagen; in Hilbeten: sogn), und hier nur siudeu sich im Wortschatze eine ganze Reihe baierischer Idiotismen, so daß man vermutheu könnte, es liege hier Spracheinfluß des Baierischeu vor, der freilich bald gar in der Überflutung des Schleichen verschwinden wird. Der böhmische Theil des Schönhengstler Gaues zeichnet sich vor den anderen schlesischeu Mundarten durch weitgehenden Vorschlag von Vocalen vor anderen aus und übertrifft hierin noch bedeutend das Reicheubergische, da hier mehrere solcher Vorschlags- laute (e uud u vor i, ü; i vor ö, ou) auftreten: wei, Hnitla, Diörfla, Kion — wie, Hitla — Hütlein, Dörflein, Kuh. Schon kleine Proben dieser Mnndart weisen Fälle dieser Eigenart, so das kurze Liedchen aus Johnsdorf bei Leitomischl: „Moadla, mäch 's Thürla ziou, Moadla, schneid dich net, steich dich net, 's kumma Soldä'n, 's Messerla eit (ist) geschliffn; — Hobm fchwoa'za Äapplich (Käppchcn) off, 's Moadla Hot Gald in'n Sack Wej de Krowä'n. Eich ho 's drgrisfm. Wenn — m'r war n Soldädn s>i'. War n m'r lnstigh rcitn, Wa.'n m'r grnine Röcklich trogn Un Sabl ä' d'r Seitn " Vom Südende dieses deutschböhmischen Gebietes haben wir weit bis zum nächsten Strich, dem Nordtheile der Jglaner Sprachinsel. Da wundert es nns nicht, wenn wir hier eine andere Sprache hören, die nicht mehr richtig schlesisch ist, sondern bereits deutliche Anklänge an den südlichen Nachbardialeet aufweist — in Stecken und seiner Umgebung weicht eben das Schlesische schon ziemlich in das österreichische aus. Das Gleichnis; vom verloruen Sohne erzählt die Mundart des Dorfes Schlappenz (als Probe dieser Gruppe) wie folgt: „Da Voda sigt 'n (den zurückkehrenden Sohn) schon von olla Weitn, sei" Herz wiard so g'rührt vor Lad, er rennt eahm z'gegn, sollt eahm um an Hvls und bnfslt 'n o'. Da Suh" mant ejtzan: „Voda r ih hob me vagong wida 'n Himml und vor Enk, i bin net mehr werth, enka Suh" z'haß." Olla" da Voda loßt 'n gar net ausredn und sogt zu sein Knechtn: „Gschwind, breangts ma das beste Klad und zeagts eahm 's ä", thont an Ring än sei^Hand und Schonch on seine Fuß, breiugts ah 's Mostkälbal her und steicht es o', denn d'r mei" Suh" wär toud und is ejtzeu Wieda lebente wor'n, er wär valona'u und is Wieda g'fnnna wor'n" — n. s. w.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Volume 14
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Böhmen (1)
Volume
14
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1894
Language
German
License
PD
Size
15.78 x 21.93 cm
Pages
634
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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