Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kronprinzenwerk
deutsch
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Volume 15
Page - 385 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 385 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Volume 15

Image of the Page - 385 -

Image of the Page - 385 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Volume 15

Text of the Page - 385 -

385 die nicht nur kein bedeutendes Werk aufkommen ließ, sondern auch den künstlerischen Schätzen, welche frühere Generationen ansammelten, das größte Verderben brachte. Insbesondere bei der Aufhebung der vielen Klöster wurden die Werke der Väter mit einer Barbarei und Pietätlosigkeit behandelt, welche uns darüber staunen läßt, wie sehr der Kunstsinn gerade den Kreisen der Intelligenz gänzlich abhanden kommen konnte. Eines jedoch, was diese Zeit mit sich brachte, die im Jahre 1781 erfolgte Auflösung der Malerconfraternitäten, von welchen damals ein nur handwerksmäßiger Betrieb der Kunst engherzig gehütet wurde, ist kaum zu bedauern, um so weniger, als bald darauf Institutionen entstanden, welche für eine neue, gedeihliche Entfaltung der Kunstthätigkeit fruchtbare Keime in sich trugen. Malerei und Elastik der Neuzeit. Die spärlichen und unbedeutenden Werke der heimischen Prosan-Malerei aus dem Eude des vorigen Jahrhunderts bezeugen, daß das Kunstbedürfniß des Bürgerstandes sowie des reichbegüterten Adels in Böhmen damals im Allgemeinen ein äußerst geringes gewesen ist. Nur für kirchliche Zwecke fanden bis zu der durch Kaiser Josef II. verfügten Aufhebung der Klöster einige Maler Beschäftigung. Außer Altarbildern haben wir nur wenige und mittelmäßig gemalte Porträts aus jener Zeit. Diesen völligen Mangel an Liebe und Verständniß für Malerei und Plastik, welcher damals mit geringen Ausnahme» alle Stände beherrschte, haben unsere Nachbarn gründlich ansgenützt, indem sie nicht nur durch ihre Agenten in Böhmen einzelne hervorragende alte Kunstwerke erwarben, sondern ganze, in älterer Zeit angelegte vorzügliche Kunstsammlungen vornehmer Familien ankauften und damit die aufblühenden Kunstsammlungen ihrer Heimat bereicherten. Die von Kaiser Leopold I. im Jahre 1692 gegründete Akademie der bildenden Künste in Wien war die Anstalt, an welcher zahlreiche junge Männer aus Böhmen ihre künstlerische Ausbildung suchten und fanden. Zu den tüchtigsten gehörten die Brüder Josef Hickel und Anton Hickel aus Böhmisch-Leipa, von welchen der erste, von der Kaiserin Maria Theresia als Hof-Pensionär zur weiteren Ausbildung nach Italien geschickt, 1769 Mitglied der Akademie zu Florenz und 1771 k. k. Hof- und Kammermaler wurde nnd eine große Anzahl von Porträts hervorragender Persönlichkeiten malte, Anton hingegen nach größeren Reisen sich längere Zeit in Paris aushielt, wo er, vou der Königin Maria Antoinette protegirt, zahlreiche Porträts malte, bis er, durch die Revolution vertrieben, sich nach London wandte und daselbst unter andern 1793 das 96 Porträts umfassende Gemälde der Mitglieder des englischen Unterhanses mit den Hauptfiguren Pitt und Fox malte. Böhmen. 25
back to the  book Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Volume 15"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Volume 15
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Böhmen (2)
Volume
15
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
16.07 x 22.35 cm
Pages
708
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
Kronprinzenwerk deutsch
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild