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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Volume 15
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394 Die Landschaftsmalerei war während der ersten vier Decennien unseres Jahrhunderts, der mit dem Tode Kadliks abschließenden Periode, arg vernachlässigt. Wohl wirkte neben Josef Bergler während der ersten sechszehn Jahre Karl Postl an der Prager Kunstschule als Lehrer für das Landschaftsfach, doch hatte er außer Autou Manes keinen Schüler, der in weiteren Kreisen bekannt geworden wäre, und nach Postls Tode blieb diese Stelle neunzehn Jahre lang ganz unbesetzt. Erst 1835 wurde die Laudschaftsfchule abermals errichtet und unter Auton Manes ' (geboren 1784 zu Prag, gestorben daselbst 1843) Leitung gestellt. Nach dem Beispiel seines Lehrers hielt sich Manes ängstlich an seine älteren Vorbilder, componirte italienische ideale Landschaften, ohne jemals in Italien gewesen zu sei». Er behandelte die Landschaft in der herkömmlichen Manier, obwohl er beim Stndinm der heimischen Natnr ganz unbefangen seiner eigenen Anschauung folgte, die er aber unter dem Druck des damals uoch herrscheudeu Geschmacks bei seinen Gemälden nicht zur Auweudnng zu bringen wagte. Vorübergehend bestand an der Akademie auch eine Kupferstecherschule; auf Verlangen des Allerhöchsten Hofes gab die Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde dem „k. k. Pensionär und a^uatinta Kupferstecher" Anton Herzinger (geboren zu Fallbach in Oberösterreich 1763, gestorben 1826) im Jahre 1800 eine Wohnung im Clemeutinum und gewährte ihm den Gebrauch einer durch sie augeschafften Kupferdruckerpresse. Herzinger behielt seine Stelle nur bis zum Jahre 1806. Seine Schüler waren Josef Drda (178l, gestorben 1833), der den Drnck der zahlreichen Radirungen Berglers besorgte, dann Anton Pncherna, Lehrer des Radirers Grafen Lnigi Bugnoy, eines frischeren Talentes, und Georg Döbler, welcher namentlich viele Compositionen Führichs in Kupfer gestochen hat und später als Leiter der Knpferstecherschule einige gute Schüler heranbildete, unter Andern Konrad Wies n er aus Hohenelbe, welcher 1847 in der Blüte seiner Jahre in Rom starb. Der rührige Kunstverlag von Peter Bohmann hat das Verdienst, einige der strebsamste» und selbständiger auftretenden jüngeren Künstler — mit Josef Führich an der Spitze — durch die Vervielfältigung ihrer Arbeiten in den weitesten Kreisen bekannt gemacht zu haben, wodurch sie in nähere Beziehungen zu dem großen Pnbliknm traten. Dabei war Anton Machek, selbst ein vorzüglicher Porträtmaler, als Eigenthümer einer lithographischen Anstalt den Künstlern und dem Verleger behilflich. Anton Machek (geboren 1774, gestorbeu 1844), ein Schüler Ludwig Kohls, erlernte in Wien von dem Maler Knnike das Lithographiren und war auch der erste, welcher die Lithographie iu Prag, dem Geburtsorte ihres Erfinders Alois Senefelder (geboren 1771, gestorben 1834), einführte und künstlerisch zu verwerthen wußte.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Volume 15
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Böhmen (2)
Volume
15
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
16.07 x 22.35 cm
Pages
708
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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