Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kronprinzenwerk
deutsch
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
Page - 104 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 104 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

Image of the Page - 104 -

Image of the Page - 104 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

Text of the Page - 104 -

104 Thongefäße von sorgfältigerer Arbeit und gefälligerer Form kommen in den einheimischen Sammlungen nur ausnahmsweise vor. Auch die Terra Sigillata gehört zu deu Seltenheiten. Verhältnißmäßig das Beste sind die massenhaften, ungezählten Lampen, die größtentheils den Stempel des Fabrikanten tragen. Die Glasindustrie der Gegend war im Verhältniß zu jener Zeit ungewöhnlich entwickelt und beweist dies durch die bedeutende Größe, wenn auch keineswegs gefällige Form ihrer Glasgefäße. Die schönsten Stücke finden sich in der Gegend von Raab und Steinamanger. Das aus farbigen Schichten bestehende sogenannte Millefiori-Glas, dieses eigenthümliche Erzengniß der römischen Glasindustrie, kommt seltener vor. Erwähnen wir schließlich den fast unvergleichlichen Reichthum des Landes jenseits der Donau an Münzen der römischen Kaiserzeit; dies allein genügt, um uus einen Begriff von der Lebhaftigkeit des dortigen Verkehrs, wie überhaupt von der Wichtigkeit dieses Theiles der Provinz zu geben. Der größte und werthvollste Theil der bisher ans Tageslicht geförderten römischen Denkmäler ist im ungarischen Nationalmuseum gesammelt. Außerdem befinden sich noch sehr beachtenswerthe römische Alterthümer im Museum des Eiseuburger Comitats zu Steinamanger, im Museum des Gymnasiums der Beuedictiner zu Raab und in den beiden Museen zu Ödeuburg. Diese große Zahl von Funden hat indeß den Boden jenseits der Donau noch keines- wegs erschöpft. Immer neue kommen hinzu und mehren den Schatz römischer Denkmäler, so daß man gar nicht ahnen kann, was Alles die Erde noch deckt. Die Geschichte des pannonischen Christenthums ist nicht genauer bekannt. Die ersten Verbreiter des neuen Glaubens waren, wie die des Mithrascultus, wahrscheinlich römische Soldaten, die theils aus dem Süden, theils von Osten kamen. Schon in den ersten Jahr- hunderten mögen sich unter den Legionären einzelne Gläubige gefunden haben. Später, als die Römer hier heimisch wurden und die keltischen Stämme mit dem Römerthnm verschmolzen, ging die Verbreitung des Christenthums mit der Romanisiruug sozusagen Hand in Hand und es faßte zuerst in den alten Colonien tiefer Wurzel. Ju der Save- gegend, wo die Romanisirnng raschere Fortschritte gemacht hat, verbreitete sich von der Mitte des III. Jahrhunderts an auch das Christenthum schneller in der Civilbevölkerung; zu derselben Zeit waren im Lande jenseits der Donau Christen noch immer blos unter den Soldaten zu finden. Auch die frühe Geschichte der kirchlichen Organisation des hiesigen Christenthums ist dunkel. Manche halten den Apostel Andreas, Andere den Apostel Petrus für deu Begründer der pannonischen Kirche. Die Organisation der kirchlichen Verwaltung Pauuoniens entstand schwerlich vor Ende des II. Jahrhunderts und gelangte erst im
back to the  book Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
Kronprinzenwerk deutsch
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild