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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
Page - 148 -
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148 C§äk, ein Nachkomme des Feldherr» Szaboles, soll im Bertesgebirge eine Beste erbaut haben, doch wurde diese schon uach Stefan dem Heiligen geschleift. Unter König Geza II. ließen sich zwei deutsche Gäste, Wolfer uud Hedrik, im Lande nieder. Wahrscheinlich sorgten sie nach westlicher Sitte für ihre Sicherheit uud errichteten für sich irgendwelche Schutzbauten; Wolfer, der Ahnherr der Grafen von Güffing (Nemet-Ujvar) auf seiner Besitzung im Eifenbnrger Comitat, uud zwar dem Berge Kissin (Güssing), Hedrik aber, der Ahnherr der Familie Hidervari, im Raaber Comitat an der Stelle des heutigen Hedervar. Außer diesen gab es noch im Ödenbnrger und vielleicht auch im Zalaer Comitat eiue steinerne Beste. Die Furcht vor einer Wiederkehr der Tataren und die Erfahrung, daß diese selbst leicht befestigte Plätze nicht einzunehmen vermocht hatten, brachten es mit sich, daß nun die ganze Nation im Bau von Festungen die Sicherheit des Landes suchte. Bela IV., sowie seine Nachfolger Stefan V. uud Ladislaus IV. förderten in wirksamer Weise diese bei den Ungarn bisher ungewohnte Methode der Vertheidigung. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts ist der größte Theil der königliche» Douatioueu in der einen oder anderen Hinsicht mit dieser Art des Landesschutzes verknüpft. Böla IV. befahl, daß zu Stuhlweißenburg und Gran Jedermann in der Festung wohne. Zn solchem Zweck gründete er auch die Festung Ofen. Ebenso verfuhr Ladislaus IV. im Jahre 1283 mit den Bewohnern Ödenburgs, die sich so vermehrt hatten, daß sie sich außerhalb der Festung niederzulassen begannen. Auch Naab, Beßprem und Fünfkirchen blieben nicht schutzlos. Die Gemaliu Belas IV., Königin Maria, gab ein aneiferndes Beispiel, indem sie aus ihrer Mitgift an der Donau den Grund znr Beste Bisegräd legte. Der König schenkte unter Anderem eine Insel des Plattensees dem Abt von Martinsberg, damit dieser dort eine Burg erbaue. So entstand die Burg Szigliget. Derselbe König berief, da die Magyaren in der Erbauung und Vertheidigung von Bnrgen nicht genug bewandert waren, als Meister für sie die Hospitaliter nach Ungarn. So wurde die Bewegung allgemein; die Magyaren wurden sozusagen mit einem Schlage ein Volk von Festungsbauern, und in der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts genügten einige Jahrzehnte, nm im ganzen Lande, besonders aber jenseits der Donau die Städte in befestigte Plätze zu verwandeln. Alle Arten von Festnngen entstanden in immer größerer Anzahl, doch sind die Namen ihrer Gründer und die genaue Zeit ihrer Gründung nur selten bekannt. Neuere Forscher haben die Rolle dieser Burgen in den Ereignissen des Landes und der Familien bis in die geringsten Einzelheiten nachgewiesen, allein die Geschichte ihrer Erbauung ist in tiefes Dunkel gehüllt. Unsere Geschichtskunde sagt von den allermeisten blos, daß sie im XIII. Jahrhundert entstanden sind oder in welchem Jahre sie zum erste» Mal erwähnt werden. Die aus dem vorigen Jahrhundert vorhandenen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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