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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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203 jetzt mangelhaft. Dieselbe Straße führte, nachdem sie das Anfangsstück des Sär-Kanals überschritten, zu einem dreifachen Dorfe. Drei Dörfer sind nämlich dicht aneinander gebaut:Peremarto n, Kis-Koväcsi und B e r h i d a:das erste Eigenthum des Veßpremer Domkapitels, das zweite der Grafen Nädasdy, das dritte der Familien Felsöbüki-Nagy, Kesmärky, Bezeredy, Karacson, Rosos und anderer. Berhida hieß einst Bereny hidja (Berenys-Brücke) und später Berenhida. Der Name rührt wahrscheinlich daher, daß die einst überaus mächtige Familie Bereny das breite Sumpfgelände des Sed-Flüßchens hier überbrückt hat. Nach diesem Dorfe war auf den 12. März 1532 ein Partial-Reichstag einberufen, auf dem die Stände von jenseits der Donau in großer Anzahl zusammenströmten; auch ein Schreiben Papst Clemens' VII. traf daselbst ein und König Johann ließ sich durch Thomas Nädasdy als Commissär vertreten. Auch eine Schlacht hat bei dem Dorfe stattgefunden. Die Besatzung der durch die Türken eroberten Festung Stuhlweißenburg hatte nämlich einen bösen, gransamen Pascha persischen Ursprungs, namens Veligian, der die Gegend furchtbar verheerte und bei dem Volke nur der rothe Pascha hieß. Gegen ihn verbündeten sich im Jahre 1549 die Commandanten mehrerer Festungen, Emerich Telekessy von Veßprem, Paul Rätkay von Papa, Ladislaus Gyulassy von Raab, Gregor Petri von Totis, dann Johann Kälosy und andere Tapfere. Diese forderten den Pascha zum Kampf und schlugen ihn im hügeligen Gelände von Berhida schmählich aufs Haupt; der beste Theil seines Heeres blieb auf der Wahlstatt, viele Gefangene, 13 Fahnen und werthvolle Beute fielen in die Hände der Sieger. Hier fließt der Veßpremer Sed-Bach vorbei; sein regulirtes Wasser treibt einträgliche Mühlen und seine Ufer prangen mit werthvollen Wiesen. Es folgen dann die adeligen Dörfer Küng ös, Csajägh, Balatonfö-Kajär und Lepfeny, eine bedeutendere Station der Südbahn. Lepseny gehörte einst der im XVII. Jahrhundert hoch gestiegenen Familie Sändor und ist jetzt Eigenthum des Grafen Nädasdy. Das Nachbardorf heißt Mezö-Szent-György. Hier entwaffnete am 27. September 1848 ein Offieier der Nationalgarde, Ludwig Eötvös, mit großer Kühnheit ein Detachement des Banns Jellacic, das den Generalen Roth und Philippovic die Weisung überbringen sollte, sich ihm in Stuhlweißenburg anzuschließen; wäre dies gelungen, so wäre auch die Schlacht bei Päkozd jedenfalls anders ausgefallen. In der Nachbarschaft dieses Dorfes liegt DSgh, wo ein Zweig der gräflichen Familie Festetits eine Fideieommißherrschast von 20.000 Joch und ein prächtiges Schloß besitzt. Bis hieher reicht das südliche Tiefland des Comitats. Das andere Tiefland erstreckt sich von dem nordwestlichen und westlichen Fuße des nördlichen Bakony gegen Papa hin bis an die Flüsse Marezal und Raab, wo es mit der Preßburger Tiefebene verschmilzt. Hier liegt Marczaltö an der Mündung des Marezal in die Raab. Es war einst
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild