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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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204 Besitzthum der nunmehr erloschenen Familie Amade. In seiner Nachbarschaft liegt der Päpaer Straße entlang die volkreiche Pußta Jhäßi, Stammsitz der Familie Jhäß. Am 27. Juni 1849 fand hier ein Treffen statt. Längs des oberen Marczal folgt ein adeliges Dorf auf das andere, meist von adeligen Kleingruudbesitzern bewohnt, deren Wohlstand sich durch die im Jahre 1859 durchgeführte Marczal-Regulirung bedeutend gehoben hat. Besondere Erwähnung gebührt nur dem Dorfe Veese. Es bestand nämlich auf dem Gebiete des Comitats ein eigenthümliches juridisches Gebilde, der sogenannte Vecse-Stuhl (Vecse-s2ek, seäes Veeseiana), der sich aus den Prädial-Edelleuten des Raaber Bisthums gebildet hatte. Der Bischof von Raab besaß ehemals im Gebiete des Comitats sieben hörige Gemeinden: Tüskevär, Kis- Jenö, Salamon, Vaßar, Romänd, Vecse und Tapolczafö. Die Bewohner von dreien, und zwar von Vecse, Kis-Jenö und Tapolczafö emanzipirte er und verlieh ihnen locale adelige Vorrechte. Diese bildeten dann in Gemeinschaft mit einigen in anderen Comitaten auf Prädialgüteru angesessenen Adeligen ein besonderes Comitat mit besonderer Comitatsorganisation und dem Sitz im Dorfe Vecse am Marczal, wo das Raaber Bisthnm im XVII. Jahrhundert angeblich ein gewaltiges Residenzgebäude besaß. Dieser Stuhl hatte einen Vicegespan nebst vollständigem Beamtenstatus, desgleichen Tafelrichter und einen Gerichtshof, der jedoch ausschließlich zur Entscheidung in gewissen persönlichen und vermögensrechtlichen Angelegenheiten der dem Stuhle augehörigeu Prädial-Edelleute befugt war; das Recht, einen Depntirten zu wählen, hatte der Stuhl nicht. Dieses Recht übten die zugehörigen Edelleute auf der Eomitatsversammlung aus, doch hielten sie zeitweise regelmäßige Beamten-Restaurationen ab, und zwar die letzte im Jahre 1846, wo sie, als spürten sie bereits, daß ihr Sonderleben vorüber sei, alle bedeutenden und vornehmen Männer des Landes zu Täblabirös erwählten. Der Ober- gespan dieses Comitats war der Raaber Bischof selbst. Das Comitatsarchiv wird in dem bischöflichen Archiv zu Raab verwahrt. Die heutige Generation weiß kaum mehr etwas davon und hat sogar seinen Namen vergessen, so gut wie den des Bakonyer Comitats. Die landwirthschaftlichen und Besitzverhältnisse des Comitats sind gerade wegen ihrer Mannigfaltigkeit außergewöhnlich interessant. Das Comitatsgebiet beträgt etwa 690.000 Joch, wovon nahe an 50.000 unfruchtbar sind. Cnltivirt werden also 640.000 Joch. Davon sind 280.000 Katastraljoch, somit 45 Procent, herrschaftlicher Großgrundbesitz. Von diesem betragen die kirchlichen Güter auf den Gebieten von 63 Gemeinden etwa 100.000 Joch,- sie gehören größtentheils dem Veßpremer Bis- thnm und Kapitel, dem Raaber Bisthum, den Kapiteln von Raab und Steinamanger, dem Bisthum Stuhlweißenburg, den Abteien Zircz, Martinsberg und Bakonyböl, der Propstei Rätöt, der Abtei Klosterneuburg und dem Religions- und Studienfonds.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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