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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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Page - 266 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

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266 (mlackotzenee), von mehreren Beiständen (ckrüöban) umgeben, schließlich die Eltern der Brantlente und die Gäste, fast Alles paarweise. Die Wenden sind auch sonst ein gar lustiges Völkchen, wenn sie aber von einer Hochzeit heimziehen, werden sie förmlich über- müthig. Sie tanzen im Zickzack die Straße entlang und jauchzen aus vollem Halse. Auch im Hause der Brant werden"die dahinströmenden Gäste mit Juchzern empfange». Allein diese sind nur Gäste der Braut. Die Eingeladenen des Bräutigams versammeln sich in seinem Hause. Das ermüdete Hochzeitervolk setzt sich unter klingendem Spiele an die Tafel. Die Musikanten dürfen nicht ermüden, sondern müssen ihren Mann stellen, den ganzen Nach- mittag bis zum Abend, denn nach dem Essen wird getanzt. Die Hochzeitsgebräuche bestehen zu großem Theil aus religiösen Verrichtungen, wie sie auch bei den kroatischen Hochzeiten im Muraköz eingeführt sind. An manchen Orten findet ein herkömmlicher Brautscherz statt. Nach diesem Scherz nimmt der äußere Beistaud den Bräutigam bei der Hand, dieser ebenso die Braut, die Braut aber die Brautjungfer, und so begeben sie sich an die Haupttafel. Auch die übrigen Gäste nehmen Platz und es beginnt das Hochzeitssouper. Noch vor dieser Abendmahlzeit tritt der po?vae wieder sein Amt an. Er ist der Lustigmacher, muß also ein entsprechend witziger, lustiger Mensch sein. Seine Verse begleiten auch jede einzelne Schüssel zu Tische. Um Mitternacht wird die Braut in das Haus des Bräutigams geführt, dort findet sie aber verschlossene Thüren und es gilt eine Menge Verse herzusagen, um Einlaß zu erhalten, den zu erzwingen übrigens vorher auch mit gelinder Gewalt versucht wird. Au manchen Orten führt der Bräutigam allein die Braut iu sein Haus, und zwar des Nachts und auf heimlichem Pfade, um von keinem Menschen gesehen zu werden; denn sie glauben, daß derjenige, der ihnen am Beginn ihres neuen Lebens zuerst begegnet, das junge Ehepaar für immer unglücklich machen kann. Im Hause des Bräutigams beginnt die Gasterei von neuem, um endlich mit dem Hirsebrei zu schließen, was sie mit „eoki IcaSa!" („Genug des Schlemmens!") ausdrücken. Eine Woche später versammelt sich die Gästeschaar wieder, um die Ueberbleibsel des Hochzeitsmahles zu verzehren. Dies nennen sie prvueivanje. Der Religion nach sind von den Wenden des Eisenburger Eomitats die Bewohner der Ebene (revenei) und der Dobraer Hügel zum größeren Theil römisch-katholisch, zum kleineren (etwa 20.000) evangelisch. Die im Zalaer Comitat sind sämmtlich Katholiken. Das Wendenvolk ist abergläubisch. Erkrankt ein Kind, so hat ihm „das Auge" geschadet, es ist verzaubert. Das kranke Kind wird dann gewaschen und gebadet, damit es wieder gesund werde. Auch die Thiere werden gewaschen. Es gibt eine Menge alte Quacksalberinnen, die sich besonders auf die Bereitung solcher Waschwasser verstehen. Gibt die Kuh blutige Milch, so wird sofort irgend ein als Hexe geltendes altes Weib verdächtigt, daß es die Kuh behext habe. Thürmt sich Gewölk am Himmel uud befürchtet man schädlichen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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