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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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Page - 293 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

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293 setzte aus dem Stegreif eine neue Völkerwanderung nach dem Prinzip des Doroger Richters in Scene, und noch heute liegen die Dinge, wie er sie damals zurechtgelegt. An den Hügelrändern über dem Siö liegt die reiche magyarische Gemeinde Szent-Lörincz, wo eine Zeit lang das später nach Bonyhäd verlegte Gymnasium blühte, weiter unten in der Thalgegend des schlachtberühmten Csonthegy findet man Kölesd mit seiner dem Särköz-Volke verwandten, aber schmucker und geschmackvoller gekleideten Bevölkerung. Hier wurde Johann Corvin durch Stefau Bäthori und Kinizsi eingeholt, die in siegreicher Schlacht sein Heer nebst seinen Aussichten vernichteten und sich in die ungeheure Beute seiner Schätze theilten. Am Fuße des Csonthegy (Knochenberg) wurde aber später noch eine andere Schlacht geschlagen, und zwar bei Kajdacs, wo Johann Szerecsen den vor Snleimans Macht nach Säros-Patak abziehenden Peter Perenyi überfiel und mit vielen Schätzen, nebst der bei ihm verwahrten Krone und den Kroninsignien, gefangennahm. Hier liegen die ausgedehnten Güter der gräflichen Familie Apponyi: Pä l fa , Högyeß, Lengyel; hier die nicht gerade volkreichen, aber von der Umgegend her stark besuchten kleinen Marktflecken Mißla, Gyönk uud Tevel. Nagy-Szökely ist eine blühende Gemeinde von reformirten Deutschen, deren Vorfahren zu Anfang des vorigen Jahrhunderts aus Hessen-Kassel unter Führung ihres Predigers Wilhelm Keck eingewandert sind, an dessen Gedächtniß sie so treu fest- halten, daß sie seit mehr als anderthalb Jahrhunderten ihre Geistlichen aus seiner Familie wählen. Hier liegt Zomba mit seinen vielen Schlössern uud, in der Tiefe des Tolnaer Comitats, Bonyhäd, die Perle der Tolnaer Thallandschaft. Bonyhäd ist weit uud breit das hübscheste, reinlichste Städtchen, Stammsitz der Familie Perezel; es liegt an der Bättaßeker-Eisenbahn, die nun schon bis Dombövär überall dem Fuße der Barauyaer Berge entlang zieht, durch Begräbuißstätteu vou UrVölkern, die im Grafen Alexander Apponyi und dem Szegzärder Abt Dr. Moriz Wosinßky scharfsinnige und erfolgreiche Erforscher gefunden haben. Unterhalb Bonyhads, ganz im Süden, liegt Vära l ja in anmuthigem Thale, von einer burgartigen Felszacke geschützt; seine magyarische Bevölkerung hat sich die eigene Mnndart und Tracht treuer bewahrt als ihre Brüder im Särközlaude, von denen sie längst losgerissen hier eine Sprachinsel bildet. Indeß, die Betrachtung der Gegenwart weckt auch den Wunsch, die Vergangenheit zu ergründen, wenigstens deren Spuren zu suchen, als welche uamentlich die Burgen gelten können. Und wir kennen blos Spuren; an historischen Denkmälern ist aus den Trümmern, welche die eingestürzten Wälle der Burgen im Kaposthale, sowie die von Ozora, Dombövär und einigen Forts der Abtei hinterlassen haben, noch wenig ans Licht gefordert. Vom alten Simoutornya stehen noch Donjon nnd Palas, stumme Zeugen der Hofhaltung des Palatins Ladislaus Garay uud seiner Gemalin, der Herzogin
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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