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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
Page - 357 -
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Page - 357 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

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357 das untere Geschoß für Ställe, das obere als Speicher eingerichtet. Und wenn doch der Eine oder der Andere nicht vorwärts kommt, trägt er selbst die Schuld, nicht der Boden nnd die Wälder, die Flüsse und Berge, nicht der lebhaste Verkehr und die Herrschaften, welche die arbeitsame Hand mit Brot, Geld nnd Beqnemlichkeits- ja Luxusartikeln füllen. Im Gebiete einer Landwirthschaft von 100.000 Joch, wo zur Einsainmlnng von 80 Joch Hopfen 5000 Arbeitstage erforderlich sind, darf Niemand arm sein. Hier im Drauwiukel und oben in der herrlichen Ebene der Hegyalja befinden sich zehn blühende magyarische Dörfer, unter ihnen Bellye, mit einem durch Prinz Eugen erbauten Jagdschloß. Hier finden wir Laskö, eine der Wiegen der Reformation in Ungarn, wo Michael Sztäray, der sich zu Padua italienisch gebildet hatte, mit großer Wirkung seine iu alterthümlicher Sprache selbstverfaßten Psalmen sang; dann Herczegßöllös, wo auf einer der ersten reformirten Synoden jene Canones geschaffen wurden, deren Urschrift voriges Jahr wiederentdeckt wurde; am Fuße des Berges liegen in Weingärten und reichem Flachland, das mit römischen Alterthümern durchsetzt ist, Csuza und Vörösmart. Am östlichen Ende des Gebirges liegt Baranyavär, am westlichen Kis- Kößeg oder Batina; hier setzten ehemals die Heere über, jetzt tauscht ein wichtiger Wechselverkehr die Erzeugnisse von Baranya und Bäeska aus. Nördlich liegt im Schatten des Bergzuges, am Ostlaufe der Karasieza, unterhalb des altrömischen Quadriburgnm das Dorf Baän; an der Mündung der Türkenstraße von Csibogat folgt Bodolya und näher der Donau Märok, Daräzs, Jfip, wo der gutmüthige Schokatze wohnt, mit wenigen Deutschen, Serben und Magyaren freundnachbarlich untermischt, die er höchstens auf dem Gebiete der Pferdezucht befehdet. Der Schokatze kommt dem Serben zuvor, der Deutsche dem Schokatzen und dem Deutschen der Karaneser Magyare. Ostwärts von der Herrschast Bellye liegt, mit einem Zipfel bis an Siklos heran- reichend, die ebenfalls sehr ausgedehnte Därdaer Herrschaft des Fürsten Lippe; ihr Sitz ist Därda, ein lebhafter kleiner Flecken nahe bei Effeg. Weiter oben hat Fürst Montenuovo seine Herrschaft Nemet-Böly, Die Bevölkerung beider ist überwiegend deutsch, in ihrem geschlossenen Gebiet trifft man nur hie und da ein serbisch-schokatzisches Dorf und nur an den Rändern ein paar magyarische. Das Baranyaer Komitat gehört, wie ehedem, auch jetzt zu den volkreichsten in Ungarn; es kommen 62 Seelen auf den Kilometer, auf die gesammten 5170 Kilometer also 320.000 Einwohner, von denen sich 170.000 als Magyaren, 110.000 als Deutsche, die Übrigen als Kroaten, Serben und Bosniaken bekennen. Der Religion nach sind 240.000 Römisch-Katholische, 13.000 Griechisch-Orientalische, 13.000 Evangelische und 45.000 Resormirte. Das Komitat ist in sieben Verwaltungsbezirke getheilt: die Gegend des Mecsekgebirges umfaßt die Bezirke von Fünfkirchen, Pksvärad und Hegyhät,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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