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milden Säger, dann den Güuser, Rohonczer (Rechuitzer), Gösfaer und Kis-Somlyöer,
wovon aber nur wenig zur Ausfuhr gelaugt. Die Waldbestände sind, obgleich früher viel
Raubbau getrieben wurde, noch immer groß und werthvoll. Die herrschende Holzart
ist die Fichte. Unter den Laubbäumen kommt die Eiche in größeren Massen vor, dann
die Zerreiche und stellenweise die Rothbuche, Weißbuche und Birke. Die Prodncte der
Wälder sind: Eicheln, Knoppern, Himbeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Holzäpfel und
Holzbirnen, Pilze, Feuerschwamm, vor Allem aber massenhaftes Werkzeug-, Bau- und
Brennholz. Auch das Streuholz ist nicht zu unterschätzen. In manchen Gegenden ist der
Wald die einzige Ertragsquelle des Volkes. Eine Hauptbeschäftigung der Landwirthe
ist noch die Viehzucht. Die Rind Viehzucht steht, namentlich seitdem sie durch den
landwirtschaftlichen Verein gehoben wurde, in Blüte. Die locale Race ist roth-bunt
und hat den Gebirgscharakter, wird aber durch Kreuzung mit dein Siementhaler Schlag
immer mehr verändert; die Kühe milchen gut und sind gesucht, die Preise halten sich hoch.
Auch reine Siementhaler Zucht von bestem Rufe findet sich im Comitat. Die Pferde-
zucht ist nicht von Belang. Größere Gestüte gibt es keine und der Pferdebestand wird
meist nur durch Fohlen von Zugstuten norischer Rasse vermehrt. Die Schweinezucht
kann in Ermanglung von Gemeiuweiden keinen stärkeren Aufschwung nehmen, doch
verbreitet sich neuerdings die Zucht englischer Mastschweine. Die Schafzucht wird durch
das stetige Sinken der Wollpreise eingeschränkt. Größere Mengen von Kammwoll-Schafen
finden sich auf dem sogenannten Eser. Geflügel wird auf jedem Hofe gezüchtet uud
erzielt in Graz und Wien gute Preise, ohne daß es doch größere Zucht- oder Mastanstalten
gäbe. Die Bienenzucht gedeiht in einzelnen Gegenden, meist in tragbaren Bienenständen
(Körben). Das Jagdgesetz hat anch hier gnte Früchte getragen. In den Wäldern bergen
sich Hirsche und Rehe, auf den Feldern gibt es reichlich Hasen, Füchse, Dachse und
Federwild. Auf eiuzelueu Herrschaften siud Wildgehege und Fasanerien angelegt. Der
Anerhahn nimmt nenestens erfreulich zu. Die kleineren Jagdgebiete sind im Besitze von
Einzelnen oder Gesellschaften. Es ist gar keine Seltenheit, daß z. B. nach einem mehr-
stündigen Treiben auf den Feldern bei Steinamanger 500 bis 600 Hasen auf der Strecke
liegen. Die Fischerei ist kaum erwähueuswerth. Ju den vielen kleinen Gewässern finden
sich zwar kleine Fische znm Hausgebrauche, doch greift nur das ärmere Volk danach. Nur
die Raab liefert auch größere Fische, sogar sür Nachbarmärkte. In den Gebirgsbächen
kommen Forellen, in den langsamen Gewässern Krebse vor. Auch das Mineralreich ist
ergiebig. In den Bergen wird viel Kalkstein, Kupfererz und Serpentin (bei Bernstein)
gefunden. Hie nnd da zeigt sich Brauukohle. In den Bänyaer Bergen wird auf Antimon
geschürft und es wird in Fabriken gereinigt und geschmolzen. Mineralwässer liefern
Taresa (Tatzmannsdorf), Söskut (Sulz), Buglöez (Schreibersdorf) und Szecheuyi-Kut.
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (4), Volume 16
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Ungarn (4)
- Volume
- 16
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1896
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.18 x 21.71 cm
- Pages
- 616
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch