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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
Page - 374 -
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374 Sieben Kilometer südlich liegt Jkervär, an der Raab, mit schönem Schloß und Park, einst Besitzthnm des Grafen Lndwig Batthyäny, Präsidenten des ersten ungarischen verantwortlichen Ministeriums. Früher war auch Jkervär Nädasdy'scher, dann Draskovich'scher Besitz. Den Batthyäny fiel es im XVIII. Jahrhundert zu. Damals stand nur eine einfache adelige Cnrie, erst Ludwig Batthyäny ließ (1845—1848) durch die Architekten Ibl und Polläk das Schloß erbauen. Es enthält 37 Zimmer nnd eine große Halle, alles zu vollster Bequemlichkeit eingerichtet. In der Halle hängen die Ölbildnisse Ludwig Batthyänys und seiner Gemalin Antonia Zichy; die Zimmer haben Möbel im Renaissancestil und an den Wänden wieder Familienporträts. In der Schatzkammer befinden sich werthvolle Ringe aus der Zeit König Matthias I-, außerdem eine alte silberne Schüssel nebst Becher, die bei Kindstaufen in der Familie benützt werden. Die Bibliothek zählt 6000 Bände. Der Park ist 280 Joch groß und von der Raab durchströmt, über die' eine Brücke führt. Im inneren Park steht das Schloß mit den Glashäusern; im äußeren Park, der anch einen fünf Joch großen Fischteich enthält, gibt es Dammwild, wilde Truthühner und Fasanen. Der jetzige Besitzer des Schlosses ist Graf Ludwig Batthyäny, Gouverneur von Finme. Erwähnenswert sind noch: Also - Szeleste, einst Stammsitz der Familie Ladislans Szelesteis, des Lyrikers, jetzt Besitzthnm des Ackerbauministers Grafeu Andreas Festetits. Guär gab der Familie Guäry ihren Namen. Um Hegyfaln wächst der schönste Weizen des Comitats. In Repeze-Lak steht das schöne Schloß des gewesenen Obergespans Coloman Radö. Porpäez ist Endstation der Preßburg-Steinamangerer Bahnlinie. Der Bezirk hat größtenteils ebenen Boden, der östliche Theil ist Hochebene und dem sogenannten Kemenesalja zugehörig. Auf diesem Plateau liegt eiu Theil des großen „Wolfswaldes" (Farkaserdö). Die Gewässer heißen: Raab, Repeze (Rabnitz), Güns, Herpenyö u. s. w. Die Bevölkerung ist magyarisch. Nordöstlich vom Sarvärer Bezirk liegt der Bezirk Kis-Czell mit gleichnamigem Hauptort. Dieser Bezirk grenzt an das Veßprömer Eomitat. Er besteht größteutheils aus Ebene, und zwar aus der Hochebene von Kemenesalja. Die einzelnen Theile sind der Eser und das Plateau von Sömjöu. Ein Theil des Wolfswaldes zieht anch hier herüber. Einer seiner Merkwürdigkeiten ist der weinberühmte Sager Berg. Die bemerkenswerthen Ortschaften sind: Hegyes-Kis-Somlyö, am Fuße eines gleichfalls isolirten Bergkegels, welcher guten Wein spendet. Egyhäzas-Hetye ist Geburtsort Daniel Berzsenyis, Boba Ausgangspunkt der Boba-SümegerEisenbahn, Jänoshäza eine Großgemeinde. In Päpocz gründete (1365) Margaretha Gelsei-Ehap, Witwe des Paul Magyar, eine Probstei nnd ein Angustinerpriorat, das im Jahre 1779 theils znm Ödenbnrger, theils zum Eifeuburg-Steiuamaugerer Domkapitel geschlagen wurde. Ostfi-Asszouyfa ist
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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