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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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440 Das Kleingewerbe ist zwar in allen seinen Zweigen vertreten, doch entsprechen die Erzengnisse qualitativ und quantitativ nur dem loealen Bedürfniß. Die Hausindustrie ist ziemlich lebhaft und mannigfaltig. Am stärksten wird, besonders am Neusiedler See und Hansäg, das Flechten von Binsenmatte» betrieben, die auch eine recht gute Ausfuhr habe». Hauptort dieser Industrie ist Wüst-Somerein (Pußta-Somorja) nebst Umgegend, mit rein magyarischer Bevölkerung. Zu Beginn dieses Jahrhunderts producirteu einige Gemeinden am Neusiedler See, z. B. Balla und Gols (Gälos) auch Soda, das hat aber längst aufgehört. Auch die Gewässer des Comitats sind heute nicht mehr so nutz- bringend wie einst, denn der Neusiedler See ist neuerdings zurückgegangen. Im Westen ist das Comitat durch die große Donau begrenzt. Von dieser zweigt sich oberhalb Ragendorfs der Wieselburger kleine Donau Arm ab, der die fruchtbare kleine Schütt (Szigetköz) umfangend, in launischem Gefchlängel westlich an Ungarisch-Altenbnrg, dann an dem Marktflecken Wieselburg vorbeifließt. Unterhalb von Meeser verläßt er das Comitat wieder, dessen Südseite übrigens auch von der Rabnitz bespült wird, während vom Neusiedler See die Ostseite (26.170 Catastraljoch) und vom Hansäg der nördliche Theil diesem Comitate angehören. Besucht man den Mittelpunkt und Sitz des Comitats, so lernt man das viel- genannte Flüßchen Leitha, ehemals Sär, kennen. Sie kommt aus Österreich, tritt bei Potz-Neusiedl (Lajtasalu) in das Comitat ein, bildet eine Strecke weit sogar die Landes- grenze und theilt sich dann in mehrere Arme, mit denen sie Ungarisch-Altenbnrg und seinen prächtigen Park umspannt; ehemals nmfloß sie auch die dortige Burg, in deren Graben jedoch gegenwärtig wohlgepflegte Zier- und Küchengärten grünen. Der Hauptort des Wieselburger Comitats ist Uugarisch-Alteuburg (Magyar- Ovär), am Zusammenfluß der Leitha und kleinen Donau, ein hübsches Städtchen mit 3.302 Einwohnern, dessen Name sein Prädikat erst seit 200 Jahren führt, während das bloße „Ovär" schon unter den Ärpäden vorkommt. Auf der Stätte der heutigen Burg, oder nahe dabei, lag das römische Fort k'Iexum, das die vom linken Donan-User herüberstreifenden Qnaden, Markomannen und anderen Barbaren in Schach zu halten hatte. Das Hauptquartier der Römer befand sich in Carnnntnm, an der Stelle des jetzigen Petronell in Nieder-Osterreich, von wo laut der Peuttinger'schen Tafel eine Heerstraße, einerseits über Gerulata (jetzt Oroßvär, Karlburg), ^6 ^lexum, Stailucv (jetzt Otteveny, Hochstraß) und Arrabona (Raab) nach Bregetinm (Ö-Szöny), anderseits über Ulmnm (Brück an der Leitha), Mntennm (Donnerskirchen), Searabantia (Ödenbnrg) nach Sabaria (Steiuamauger) führte. Der von Sümpfen umgebene erhöhte Standort von Uugarisch-Altenburg schien für ein Fort wie geschaffen, und in der That war hier Jahr- hunderte hindurch ein wichtiger befestigter Platz. Unter Trajan wurden hieher, zum Ersatz
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild