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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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446 Über das untere Ende von Altenburg hinaus liegt die Vorstadt Ujtelep mit der neuen reformirten Kirche, dem Karolinenspital, den Gebäuden des alten Manthhauses und eleganten Villen. Ein einstöckiges Landhaus in ziemlich großem Garten hat sich ein ehemaliger Hörer der Akademie, Herzog Nikolaus von Württemberg, als Sommer- wohnung erbaut und dann dem deutschen Ritterorden geschenkt. Uugarisch-Alteuburg ist der Sitz der Comitatsbehörde, eines Stuhlrichters, zweier Bezirksrichter, eines königlichen Notars und des Comitats-Schulinspectors; außerdem besitzt es ein Staatsbauamt, Grundbuchsamt, Post- und Steueramt. Außer der Akademie und dem Untergymnasium der Piaristen sind gute Elementarschulen vorhanden, ferner eine von Nonnen geleitete Kiuderbewahraustalt (Hildegardeum), eine gewerbliche Wieder- holungsschule, hiezu kommen mehrere gesellige Clubs, der wohlthätige Frauenverein, die freiwillige Feuerwehr, der Turnverein, Fechtclub, Verein für Krankenpflege, bürgerliche Gesangsverein u. s. w. Die Intelligenz ist im Verhältniß zur Einwohnerzahl weit bedeutender als in den meisten kleinen Städten. Auch die akademische Jugend ist natürlich ein kräftig belebendes Element. Zwei Kilometer südlich von Ungarisch-Altenburg liegt die stille, wie ausgestorbene Großgemeinde Wieselburg (Moson) mit 4.815 magyarischen und deutschen Einwohnern an der kleinen Donau und der Wien-Brucker Eisenbahn. Seine Vergangenheit ist bedeu- tender als seine Gegenwart. Einst hatte es eine starke Burg, die dem Comitate seinen Namen gab. Der Böhmenkönig Ottokar zerstörte sie so, daß nicht einmal ihr Standort sicher ist. Schon unter den Ärpäden mag Wieselburg ein blühender Handelsplatz gewesen sein; dahin deutet König Emerichs Verfügung vom Jahre 1198, daß die Kaufleute von ihren zwischen Pest und Musiu (Mosou) verkehrenden Fuhrwerken, wenn sie Gran umgehen sollten, die ganze Mauth in Tät zu entrichten haben. Na!h und nach erstand die zerstörte Stadt wieder und entwickelte sich zu einem bedeutenden Umschlagplatz für Getreide, das zu Schiffe hingelangte und meist auf der Achse uach Wien befördert wurde. Die Verschlammung des Wieselbnrger Donau-Armes und der Ausbau der Wieu-Raaber-, später bis Ilj-Szöny-Komoru weitergeführten Eisenbahnlinie lähmten den Getreidehandel der Stadt, an den jetzt hauptsächlich noch die Lagerräume erinnern. Früher waren zuweilen 5000 bis 6000 Getreidewagen gleichzeitig unterwegs von Wieselburg nach Wien und ganze Gemeinden befaßten sich fast nur mit der Verfrachtung. Gegenwärtig ist die größte Sehenswürdigkeit, außer der Kirche, die Kühue'sche Maschinenfabrik und Eisengießerei, die in den Räumlichkeiten der einstigen erzherzoglichen Zuckerfabrik untergebracht ist und zu den blühendsten Fabriksanlagen des Landes gehört. Wieselburg ist auch ein District der gegenwärtig im Besitze des Erzherzogs Friedrich befindlichen Domäne Ungarisch-Altenburg. Die Meierei, die unter Anderem einen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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