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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
Page - 478 -
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478 heiligen Krone des Reiches zweimal als Asyl gedient hat. Ihr östlicher Theil enthält eine im XV. Jahrhundert erbaute gothische Kapelle, die dem Kunstsinn des Bischofs Urban Döczy alle Ehre macht. Anderthalb Jahrhunderte hindurch diente die Residenz als Wohnsitz der Militär- kommandanten, bis sie im Jahre 1745 durch Maria Theresia wieder dem Bischof von Naab als rechtmäßigem Besitzer überwiesen wurde. Während der Belagerung von 1809 wurde sie durch Feuer verheert und büßte unter Anderem ihre reiche Urkuudeu- sammlnng ein. Hinter der Kathedrale liegt gegen Osten das größere Seminargebäude mit reicher und werthvoller Bibliothek; es ist von den Häusern der Kapitelmitglieder umgebe». Der Ursprung des Kapitels geht bis auf Stefau den Heiligen zurück; die Zahl seiner Mit- glieder beträgt — einst 34 — jetzt nur 14. Dem Kapitelberg zu Füßen liegt östlich die Untere Donaugasse, die in nordsüdlicher Richtung auf den Hauptplatz der Stadt, den Szecheuyiplatz führt, wo eine schöne Statuengruppe an die Wiedereroberung Ofens im Jahre 1686 erinnert. Der Platz weist ringsum stattliche öffentliche und Privatgebäude auf; an der Nordseite steht das kleinere Seminar und daneben das Rathhaus; an der Ostseite das kaufmännische Lloydgebände; an der Südseite erblickt man das Benediktinerkloster mit Kirche und Obergymnasium. Das Kloster wurde im Jahre 1667 durch den berühmten Georg Szechenyi, Erzbischos von Kalocsa, für die Jesuiten gegründet. Nach der Aufhebung des Ordens diente es weltlichen Zwecken; im Jahre 1802 wurde es durch König Franz den Benediktinern zugewiesen. Es hat ein bemerkenswerthes Treppenhaus mit Reliefs und Wandgemälden. Mit dem Kloster steht die St. Jgnatinskirche in Verbindung, ein ansehnlicher zweithürmiger Bau aus der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts. Das Chor und die Gewölbe des Schiffes sind reich mit Fresken geschmückt. Östlich stößt die Kirche an den imposanten Bau des Obergymnasiums, das im Jahre 1888 auf Kosten der Benediktiner von Martinsberg neu errichtet wurde. Die Lehranstalt wurde in der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts gegründet und war lange Zeit von Jesuiten besorgt; seit 1802 wirken Benediktiner als Erzieher und Lehrer. Das Gymnasium hat sehr starken Zuspruch aus nah und fern; in seinen Matrikeln finden sich die Namen vieler Berühmtheiten des Landes jenseits der Donau, unter ihnen Franz Deäk, Graf Lndwig Batthyäny, der erste ungarische Ministerpräsident, das Brüder- paar Kisfaludy und Andere mehr. Von der nördlichen Ecke des Obergymnasiums zieht ostwärts die Eomitatshaus- gafse. In ihr steht das Eomitatshans, ein ehemaliges Franeiscanerkloster; es gibt außer den Eomitatsämtern auch der Finauzdirectiou Unterkunft. Das Gebände nebenan enthielt
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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