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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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488 einen Palast erbauen ließ. Als das mit einem Graben nmzogene königliche Wasserschloß fertig war, verweilte Sigismnnd sehr häufig in dem traulichen Städtchen. Im Jahre 1412 brachte er den Polenkönig Wladislaw als Gast mit. Von 1423 an wohnte er noch drei Jahre lang ununterbrochen, mit seinem ganzen Hofstaat, in Totis. Verhandlungen über wichtige politische Dinge führten damals zahlreiche fremde Herrscher an den Hof des Königs von Ungarn. Erich VIII., König von Skandinavien, der griechische Kaiser Manuel Paläologus, mehrere deutsche Reichsfürsten, türkische Gesandtschaften, König Tvartko von Bosnien, Ivan Lazarovies, Despot von Serbien und Andere hielten sich längere Zeit da auf. Welch geräuschvolles Leben um diese Zeit in Totis geherrscht haben mochte, ist leicht zu ermessen, wenn man bedenkt, mit welch ansehnlichem Gefolge die ausländischen Herrscher erschienen. Nach einem Briefe Traverfari's, Führers der päpstlichen Gesandtschaft, waren im Jahre 1434 nicht weniger als 5.000 Pferde in der Stadt untergebracht. Man denke sich die Anzahl von Pferdewärtern, die dazu erforderlich ist. Das bewegte Leben in Totis oder vielleicht der Wunsch des Königs bestimmte die Stände des Komoruer und des Graner Comitats, von 1419 ab auch ihre Versammlungen geeint dort abzuhalten. Auf diesen Versammlungen erschien auch König Sigismund, oder ließ sich, wenn er nicht in Totis war, dabei vertreten. Nach Sigismunds Tode gelangte Totis an die Familie Rozgonyi und das belebte Treiben hörte völlig auf. Blos unter König Matthias' Regierung hatte die Stadt wieder schönere Tage. Als nämlich der König sah, wie Burg und Stadt zu Grunde gingen, erwarb er sie und ließ in der Burg einen neuen Palast erbauen, oder wohl auch nur — was wahrscheinlicher ist — den Sigismnnd'scheu Palast wiederherstellen. Bonfinins, Ranzanus und Erzbischof Niklas Oläh berichten Erstaunliches über die goldprangenden Säle, prächtigen Wandelgänge und die ganze kunstreiche Ausstattung dieses Königspalastes. (Siehe Seite 157 dieses Bandes.) Diese Baulichkeiten sind spurlos verschwunden, nur ihr Ruhm ist geblieben, und nebenbei sind es einige wirklich schöne Sagen, die das Gedächtniß des Königs Matthias in der Gegend von Totis lebendig erhalten. So die Sagen vom Marienbrunnen und von der goldenen Ente. Nach der letzteren hätte das steinerne Rohr der römischen Wasserleitung unterirdisch bis zur Paunonburg (Bregetiom) geführt, der große König aber und seine Hofleute hätten sich damit belustigt, daß sie zu Totis eine holz- geschnitzte, vergoldete Ente in das Rohr der Wasserleitung steckten und dann nach der Burg zu O-Szöuy galoppirten, um dort zu warten, bis die goldene Ente herangeschwommen kam. Mit dem Tode Matthias' war es auch mit der Glanzzeit von Totis vorbei. Nur einmal noch kehrten die schönen Tage von einst wieder. Wladislaw II. zog sich wegen der im Lande herrschenden Pest nach Totis zurück, wo er den Reichstag abhielt. Bei dieser glänzenden Versammlung waren die Gesandten Venedigs, des Papstes, Polens,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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