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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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Page - 494 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16

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494 Kisber und Bäbolna. Kisber hat eine verhältnißmäßig noch kurze Vergangenheit. Seine Majestät verfügte mittels Allerhöchsten Handschreibens vom 8. Juli 1853, daß auf der den Grafen Batthyauy coufiscirteu Herrschaft ein Militärgestüt gegründet werde, und die Domäne wurde später, als 1869 das Gestüt ins Eigenthum des ungarischen Staates übernommen wurde, der Familie um 1,700.000 Gulden abgelöst. Der vorgeschriebene Zweck war die Zucht englischer Vollblutpferde und durch englisches Blut veredelten Halbbluts. Um das Vollblut-Material zu erproben, erhielt das Gestüt von 1860 bis 1867 auch einen Rennstall nebst Trainiraustalt, allerdings mit sehr mäßigem Erfolge, so daß sich vom Standpunkte des Nennwesens, besonders aber der Pferdezucht im ganzen Lande, die im Jahre 1867 eingeführte und seither aufrechterhaltene Einrichtung nützlicher erwies, die englischen Vollblutfohlen als Jährlinge an ungarische oder österreichische Staats- bürger in öffentlicher Versteigerung hintanzugeben, unter der Verpflichtung, dieselben nicht ohne Erlanbniß aus der Monarchie auszuführen. Eine neue Epoche begann im Dasein des Gestüts, als es Ende 1869, bis zu welchem Jahre es unter der Verwaltung des Militär-Ärars gestanden, der Leitung des Ackerbau- ministeriums unterstellt wurde, wobei übrigens der Dienst im Gestüt fortgesetzt durch ein militärisches Personale nach den Weisungen des genannten Ministeriums versehen wird. Auf diese Neugestaltung, wie auf die der Pferdezucht im ganzen Lande, hat der gewesene Ministerialrath Franz Kozma, als Chef der Abtheilung für Pferdezucht, während seiner fast fünfundzwanzigjährigen Thätigkeit ungemein förderlich gewirkt. Mit ausgezeichneter Fachkenntniß und starker Hand schied er aus dem Gestüt das nicht dahin gehörige Material aus und entwickelte dagegen das übrig gebliebene zu einer so hohen Stufe, daß die Nachkommen des englischen Vollblutschlages nicht nur zu Garantien der heute schon hoch emporgeführten Vollblutzucht nnd des Rennwefens der Monarchie wurden, sondern der ungarischen Zucht auch auf den Rennbahnen des Auslandes Achtung errangen. Anderseits aber entwickelte sich neben dem Vollblutschlage ein, nahezu 200 Mutterstuten umfassender hoher Halbblutschlag von englischem Blute, der gegenwärtig bereits die einheimische Zucht mit den hervorragendsten Hengsten versieht nnd auch durch die Fachautoritäten des Aus- landes, z. B. den Engländer Chaplin, ohueweiters als das erste englische Halbblutgestüt der Welt anerkannt wird. Der Kern der englischen Vollblutzucht befindet sich in dem ehemaligen ausgedehnten gräflichen Park. Ein interessanter Punkt des Parks ist der malerisch gelegene Wenckheim-Hügel, ein Zeichen der Erinnerung an den gewesenen Ministerpräsidenten Grafen Bela Wenckheim, der in Kisbir so viel für die Hebung der Vollblutzucht gethan hat. Auf ebenem Felde wölbt sich ein Hügel, auf dem im Kreise
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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