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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
Page - 508 -
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508 Leopold I. in den Grafenstand erhob und aus dessen Hause der „größte Ungar", Stefan Szechenyi, stammt. Das Andenken der Graner Türkenzeit hat sich beim dortigen Volke noch lebendig erhalten und es gehen viele Überlieferungen um über die damals erlittenen Drangsale. Gran war die Grenzveste der Türken. Sechzig Dörfer gehörten znm Sandschak von Gran. Die Abgaben waren jedoch so schwer, daß die magyarische Bevölkerung, um ihnen zu entgehen, aus Gran auswanderte; an ihre Stelle rückten Serben ein, die sich schon an das Tragen türkischer Ketten gewöhnt hatten. Die königliche Stadt Gran hieß in der Türkenzeit Raitzenstadt (Näczväros). Sämmtliche Kunstdenkmäler, mit Ausnahme dcr Baköcs-Kapelle, wurden zerstört. Aus der berühmten Domkirche des heiligen Adalbert bauten die Türken Festungswälle, und noch jetzt sieht man in den Ruinen der Graner Festung sehr interessante alte Steinmetzarbeiten. Herzog Karl von Lothringen und Johann Sobieski, König von Polen, befreiten Gran durch den Sieg bei Pärkäny (1683) vom türkischen Joch. Selbst nach diesem Siege bedürfte es noch 137 Jahre, bis das Graner Erzbisthinn und Kapitel wieder auf ihren uralten Stammsitz zurückkehren konnten, und damit beginnt in der Geschichte Grans die Epoche der Wiedergeburt. Allein die Geschichte Grans gruppirt ihre Ereignisse nicht blos um den königlichen und den erzbischöflichen Stuhl. Auch die alten Klöster und Mönche hatten ihren bedeutenden Antheil daran. Fast alle in Ungarn vertretenen Orden wurden im alten Gran ansässig; zur Zeit Stefan des Heiligen die Benediktiner, später die Cistercienser, die Tempel- herren, welche ebenso wie die Johanniter und das Graner Kapitel je ein Exemplar der Goldenen Bulle in Verwahrung hatten; dann folgten die Dominicaner und Augustiner, die sehr bedeutende Güter außerhalb der Stadt besaßen. Die Franciscaner wurden durch Bela IV. heimisch gemacht und in ihrer Kirche wurde er später an der Seite seiner Gemalin bestattet. Alle diese Klöster wurden jedoch vollständig zerstört, so daß selbst die Orte, wo sie gestanden, kaum mehr festzustellen sind. Das Kloster der Panliuer bestand sechzig, das der Jesuiten beinahe hundert Jahre lang. Die Jesuitenkirche war die mit dem jetzigen Primatialpalaste zusammengebaute Pfarrkirche der Wasserstadt (Viziväros); auf der Stätte ihres alten Klosters entstand die neue erzbischöfliche Residenz. Die Jesuiten wurden in der Leitung des Mittelschulunterrichtes zu Anfang dieses Jahrhunderts durch den restitnirten Orden der Benediktiner abgelöst. Der Graner Erzbischos Ferdinand Knanz, der gelehrte Redacteur der im Jahre 1874 begonnenen »Ucmumenta Heclesiae StriAoinensis", ließ in der Gemarkung von Szent- Györgymezö die Grundmauern des Äkos-Palastes ausgraben. Dies ist der einzige in Ungarn erhaltene Rest eines Magnatenpalastes aus der Ärpädeuzeit. Der Benediktiner
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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