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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Volume 16
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528 und mit sehr schönem, ertragsreichem Röhricht bedeckt ist. Der Fischfang ist kaum in Anschlag zu bringen, desto größer jedoch der Reichthum an mannigfaltigem Wasserwild. Dies ist vielleicht der Grund, warum die anrainendeu Grundbesitzer, die sich einer so unvergleichlichen und hochergiebigen Wasserjagd erfreuen, keine Maßregeln zur Ent- wässerung des Teiches ergreifen; sie begnügen sich mit der edlen Annehmlichkeit des Waidwerks und dem schätzbaren, wenngleich verhältnißmäßig doch geringen Einkommen, das sich aus dem Rohr ergibt. Das überschüssige Wasser des See's fließt in den Palatiual- kanal, der, wie überhaupt für alle Gewässer des Comitats, auch für diesen See die Abfluß- nnd dereinstige Ableitungsrichtung angibt. Auch einige Mineralwässer hat das Comitat auszuweisen. Das Alaper Bitterwasser gehört zu den vortrefflichsten Heilquellen, seine Wirkung ist milder als die anderer derartiger Quellen und dies sichert ihm eine günstige Zukunft; doch beginnt es erst in neuerer Zeit weitere Verbreitung zu gewinnen. Die Magnesiumquelle von Bodajk ist eine der ältesten verwertheten Heilquellen des Landes und in anmuthiger, von Naturschönheiten umgebener Gegend gelegen, doch fehlt es noch immer an Unternehmungsgeist, um ihr zu größerer Bedeutung zu verhelfen. Zu allgemeiner Beliebtheit ist neuerdings der alkalische, kohlen- säurereiche Mohaer Sauerbrunnen gelangt. Die klimatischen Verhältnisse des Comitats unterscheiden sich kaum von den Eigen- schaften der Hochflächen jenseits der Donau. Der nördliche und westliche Theil des Comitats sind etwas kühler, während die den unteren Theil bildende Ebene mehr den Charakter und das wärmere Klima des Alsöld aufweist; immerhin ist der Unterschied zwischen beiden Theilen gering. Die Temperatur beträgt im Mittel 8 bis 9 Grad Celsius, die mittlere Temperatur im Winter -l-1 Grad, im Sommer -4- 20, der Unterschied also 19 Grad Celsius. Der Niederschlag ist verhältnißmäßig gering, nur 600 Millimeter, die landwirthschastlicheu Verhältnisse aber trotzdem auffallend günstig. Dies hat seinen Grund, nebst dem Charakter und der Fachtüchtigkeit der Bevölkerung, wovon weiterhin uoch eingehend die Rede sein soll, vor Allem darin, daß die Temperaturverhältnisse nicht zu Extremen neigen, sondern einen constauteu Charakter zeigen. Jähe Übergänge und Änderungen kommen selten vor, was wohl den orographischen Eigenthümlichkeiten des Comitats zuzuschreiben ist. Schutz gegen die westlichen und nördlichen Winde und gegen die Kälte bieten nicht nur die den Nordrand des Comitats umziehenden Gebirge, sondern auch die wellige, hügelige Bodengestalt, die, mit Ausnahme des untersten Theiles, das ganze Comitat charakterisirt und auf dem ganzen Comitatsgebiet die Veränderungen von Wärme und Kälte, von Windrichtungen und Niederschlägen gleichsam symmetrisch vertheilt. Dazu kommt noch die unvergleichliche Güte des Bodens. In den Gebirgen finden sich wohl Kalkgestein und Granit, aus dem stellenweise Trachyt hervorbricht,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Volume 16
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Ungarn (4)
Volume
16
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1896
Language
German
License
PD
Size
15.18 x 21.71 cm
Pages
616
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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